Full text : Neueste Zeit (Band 4, Heft 1)

Voller Realismus.

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sicht auf die allgemeinen subjektivistischen Tendenzen ungenügende
Lösung der Frage der Volksvertretung.
Wie aber die dogmatische Jurisprudenz auf diesem Ge—
hiete des öffentlichen Lebens schadete, so hatte auf einem
anderen, kaum minder wichtigen, ja noch von den Generationen
der Jahre 1800 und 1820 als weit wichtiger angesehenen Ge—
biete inzwischen eine die wissenschaftliche Entwicklung schädigende
Dogmatisierung stattgefunden.
Wir erinnern uns der außerordentlichen Bedeutung, die
der emporkommende wie der blühende Subjektivismus der ersten
Periode der Erziehung zuschrieb. Dabei hatte sich denn, während
die Erziehungsfrage für die Elementarschulen durch Pestalozzi
und seine Schüler in zeitgemäßer und rein nationaler Weise
gelöst wurde, für die Mittelschulen eine Kombination nationaler
und klassizistischer Forderungen ergeben, aus der das Gymnasium
des 19. Jahrhunderts als die eigentliche Schule der führenden
Volksschichten hervorgegangen war.
Es war von vornherein eine bedenkliche Lösung. Denn
nicht nur, daß kirchliche und klassizistische Tendenzen in ihrer
— D
scheinen lassen mußten und zu den wunderlichsten Versöhnungs⸗
versuchen zwischen Plato und Jesus, zwischen Heidentum und
Christentum führten: schlimmer war vielleicht, daß die Not—
wendigkeit des Erwerbs eingehender Kenntnisse einer fremden
Kultur von vornherein den unterrichtlichen Charakter der Mittel⸗
schule gegenüber dem erziehlichen zu stark hervorhob.
Indes wie dem sei: anerkannt muß werden, daß die neue
Mittelschule mit allem pädagogischen Enthusiasmus auch noch
der zwanziger bis vierziger Jahre durchgebildet wurde und eben
in dieser Entstehungsweise das Kleinod hoher idealer Gesinnung
der Lehrenden und demzufolge auch der Lernenden barg.
Am vollendetsten und jedenfalls am energischsten wurde das
neue System wohl in Preußen durchgeführt. Hier war, wie
wir schon wissen!, bereits seit den letzten Jahrzehnten des

1 S. Bd. VIII S. 300.
            
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