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man weitergehen, ganz abgesehen davon, daß es dann nicht zu verstehen ist,
weshalb die Herren so gegen die Umsatzsteuer Sturm laufen, wenn sie ihnen
nützt. Bis jetzt haben sie es allerdings meisterlich verstanden, die Steuer abzuschwächen.
Ihre Schliche sind aber erkannt. Für die, welche in sie noch nicht
eingeweiht sein sollten, führe ich den Hauptkniff an. Er knüpft an die Bestimmung
des Gesetzes an, welche besagt, daß die berechnete Umsatzsteuer nicht mehr als
20% des für das betreffende Steuerjahr in Betracht kommenden Ertrags der
Gewerbesteuer ausmachen soll. Ist dies der Fall, so wird die Warenhaussteuer
auf diese Summe heruntergesetzt, die aber nicht geringer als die Hälfte der
berechneten Umsatzsteuer sein darf. Auf diese Hälfte verstehen es nun viele
Warenhäusler ihre Abgaben herunterzubringen. Dies geschieht so: Es wird
dem in den Warenhäusern „arbeitenden" Kapital das Fett vorher abgeschöpft.
In die Warenhäuser selbst wird ein Strohmann gesetzt. Er hat nichts, muß
aber alle Waren von dem Zentrallager kaufen. Dabei verdienen die Herren.
Der Firmeninhaber schleudert und hat geringen Reingewinn, deshalb kann dann
die Steuerschraube noch so sehr angezogen werden, sie versagt ihren Druck, weil
auch 100 % von Null immer nur Null ist. Daher ist es richtig, daß iu den
Abänderungen des Umsatzsteuergesetzes nur der Umsatz in Betracht kommt. Das
wird schon helfen!
In Amerika, auf das sich die Herren immer und auch hier so gern beziehen,
ist man viel praktischer in der Gesetzgebung. Dort herrscht das naturwissenschaftliche
Prinzip der Tatsachen, und es darf dort im eigenen Lande nicht gehandelt
werden nur um des Handels willen. Das ist einfach nicht wahr. Wie
man dort schon lange den inländischen Verkauf von Borsleisch und minderwertiger
Margarine verboten hatte, als bei uns noch Jahr und Tag darüber
gestritten wurde, vb man den Amerikanern diese Dinge nicht doch abnehmen
konnte, so würde man dort auch nicht dulden, daß ein so wichtiger Stand des
Volkes, wie es bei uns der gewerbliche Mittelstand ist, einigen wenigen Personen
zum Opfer fiele.
Amerika den Amerikanern, sagen sie, und nicht einigen Amerikanern, so
wollen auch wir sagen: Der Handel den Kaufleuten und nicht einigen wenigen
Kaufleuten! Den Weg dazu deutet Herr Dr. Wernicke unbewußt selbst an, wenn
er höhnisch sagt, die Kaufleute sollten doch erst in ihren Reihen Ordnung schassen,
ehe sie die Warenhäuser für ihre Leiden verantwortlich machten. Wohlan, frisch
auf zur Tat! Die Gewerbetreibenden mögen eine Revision der schrankenlosen
Gewerbesreiheit fordern und bei dieser Gelegenheit die Auswüchse des Warenhausunwesens
mit beseitigen!
Man kümmere sich dabei nicht in falscher Sentimentalität um das Geschrei