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Gegenüber seiner Behauptung, daß weder die Anhänger der Quantitätstheorie
noch diejengen, die sie ablehnten, erklärten, wodurch denn
bei einer Geldvermehrung die Preise steigen!), möchte ich darauf verweisen,
daß schon seit sehr langer Zeit die Inflation durch die Zusammenhänge
mit den tauschwirtschaftlichen Prozessen erklärt worden
ist?), In zahlreichen älteren preisgeschichtlichen Arbeiten, in denen
auch zugleich die theoretischen Zusammenhänge klargelegt werden,
wird gezeigt, wie die Geldvermehrung auf dem Wege über die Einkommenssteigerung
auf die Preise wirkt. Dies ist besonders ausführlich
schon in dem berühmten Werk von Tooke und Newmarch
„Die Geschichte und Bestimmung der Preise während der Jahre
1793—1857'“, II. Bd., 1859 geschehen. Dieses Werk, wovon die ersten
beiden Bände 1838 erschienen waren, und das eine erweiterte Fortsetzung
einer 15 Jahre vorher erschienenen Abhandlung, betitelt
„Thoughts and Details on the High and Low Prices of the last thirty
Years“ darstellt, bietet neben. seinem reichen statistischen und historischen
Material auch prinzipielle Betrachtungen über die Art, wie die
Geldvermehrung auf die Preise einwirkt. Tooke untersucht auch speziell
„die Art, wie das neue Gold sich unter die Handelsstaaten der Erde
verteilt und allmählich eine Erhöhung der Einkommen und durch
sie eine Erhöhung der Preise herbeiführe‘“®).
Die allgemeinen Resultate, die T00 ke über die Wirkungen der Goldauffindungen
in Australien und Kalifornien um die Mitte des 19. Jahrhunderts
feststellt, faßt er einmal so zusammen: „1. daß vom Anfang
bis zum Ende die vielfältigen gewaltigen Wirkungen, welche das neue
Gold in den Produktionsländern hervorgebracht, sich in volkswirtschaftliche
Veränderungen auflösen, die in schnellem Wechsel und in
unendlich verschiedenen Formen aus dem verdreifachten und vervierfachten
Einkommen der Arbeiter entstehen. Und 2. daß alle die mannigfaltigen
Wege, auf denen das neue Gold zur Verteilung gekommen ist,
sich durch ein einfaches Prinzip erklären lassen, nämlich: daß die Verteilung
genau dem Verhältnis entspricht, in welchem die vermehrte
Nachfrage nach Gütern, die ursprünglich von den ersten Goldsammlern
ausging, mehr und mehr Arbeiter sowie stets größere Kapitalien in
Tätigkeit versetzte, um nicht nur die Bedürfnisse der Gold produzierenden
Länder, sondern auch mehr oder minder aller der anderen zu befriedigen,
welche Rohstoffe oder Fabrikate, auf die Einkommen VEer-1)
a. a. O. S. 15.
3 Hierauf verweist auch Palyi in seiner Abhandlung: „Eine neue Geldtheorie?‘
Zeitschrift für Sozialwissenschaft, Heft 1/2, 1918, S, 35.
2%) Tooke, a. a. O. II. Bd,., S. 396: