L6
E. Wagner,
beträgt, wird ohne die forstwirtschaftlich Erwerbsthätigen auf 101 herabgemindert.
Wenn wir aber bedenken, daß Kreis Uslar das Maximum
forstwirtschaftlicher Thätigkeit aufweist, erkennen wir für das übrige
Gebiet das Unnötige einer derartigen Ausscheidung.
Ein weiterer Grund für die Ausscheidung der Waldungen lag
noch in ihrer bereits von Friedrich!) stark betonten Eigenschaft, „in
gewissem Sinne das Vorhandensein des Menschen auszuschließen, während
die vereinzelt im Walde wohnenden Menschen diesem gegenüber
ebensowenig in Betracht kommen, wie die vereinzelt stehenden Bäume
auf der vom Menschen als Kulturland beschlagnahmten Fläche der menschlichen
Bevölkerung gegenüber“?). Hierin wird auch der Fehler ausgesprochen,
den man mit der Einbeziehung der Waldungen in die Dichteberechnung
begeht, indem man die Bevölkerungsdichte von Gebieten
abhängig macht, die sie eben nicht bedingen, Dadurch muß aber das
Gesamtresultat in falscher Weise nach unten beeinflußt werden. Die Bewohnerschaft
erscheint der Wirklichkeit gegenüber in zu geringer
Dichte, indem sie auf thatsächlich unbewohnte Flächen mit bezogen
wird. Einige Zahlen, die sich auf das Jahr 1895 beziehen, mögen dies
‘ür unser Gebiet vergegenwärtigen 9).
Gebietsteil:
Harz Nordrand. . .
„ Westrand. . .
Westliches Harzvorland
Gebiet des Kichsfeldes
. » Leinethals
Bergland links der Leine
Solling, Ost- und Nordrand
{nnerer Teil .
Werrathal
Weserthal
Gesamtes Südhannover .
Dichte
xhne Wald! mit Wald
Differenz
absolut! %
528
202
108
107
228
30
18
‚24
285
188
495
175
77
88
178
-.
33
27
26
19
50
16
/3
6,2
13,3
25,2
17,7
21,9
17,7
36,4
89,5
36,2
30,3
F
SS:
155 | 101 | 54 | 348
Nicht vergessen darf freilich werden, daß es sich im vorliegenden
Falle um eine Spezialarbeit handelt, die auf der kleinsten Einheit der
Gemeinde beruht. Sobald mit der Verkleinerung des Maßstabes diese
1 Friedrich, Danzig, 8. 5,
?) Wie gering die Zahl der vereinzelt in den großen Waldflächen wohnenden
Menschen ist, beweist, daß für den Oberharz (510 qkm) mit allen Einzelsiedeungen
(Forst-, Gasthäuser etc.) eine Bewohnerzahl von 701 Menschen ermittelt
wurde, abgesehen von den geschlossenen Ortschaften (Gem.-Lex. f, Hann., 1897;
Ortschaftsverz., Braunschw., 1897). Dies ergiebt eine Dichte von 1,4 auf das
Quadratkilometer.
Für den Solling (270 qkm) ergaben sich in den Einzelsiedlungen 305 Bewohner,
also eine Dichte von 1,1. Somit hat Friedrich recht, wenn er von einem
Nebeneinander der Bodenbesiedelung durch den Menschen und durch den Wald
spricht, a. a. ©, 8.5,
Vgl. hierzu die große Tabelle des Gesamtresultates