Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen, 55
Auf 100 Menschen kommen
Pferde
über- ] unter
haupt |4 Jahren!
Rinder
über- ı Kühe,
haupt Kälber
Schafe
Schweine|
Ziegen
Nordrand (1) . .; 3,9 | 05 4,3 29 162 | 14,2 7,7
Westrand (2—4) . Il 510 0,7 | 16,8 | 10,0 | 384 | 25,8 15,4
Die Pferdehaltung ist beiderseits wenig bedeutend, ebenso die
Aufzucht, wie aus der zweiten Spalte hervorgeht. Was hier von Pferden
gezogen wird, entfällt zumeist auf die Gegend zwischen Herzberg
und Osterode einerseits und Harzburg - Bündheim andererseits. In
letzterem Orte befindet sich ja auch das seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts
bestehende herzoglich braunschweigische Gestüt. Die Rindviehhaltung
erreicht nur im landwirtschaftlichen Süden größere Ausdehnung.
Ganz besonders aber äußert sich der rein industrielle Charakter
des Nordrandes in der geringen Haltung und Aufzucht der
kleinen Haustiere, die ja zum großen Teil den Viehstand der landwirtschaftlichen
Nebenbetriebe ausmachen. Die verhältnismäßig starke
Anzahl der Schafe am Südrand unterliegt schon der Beeinflussung
durch das südliche Vorland, für dessen Viehstand wir in der umfangreichen
Haltung dieser Tiere ein Charakteristikum erblicken werden.
Die Viehstandsverhältnisse des Gebirges werden durch die ausgedehnten
Wiesenflächen auf das günstigste beeinflußt. Durch sorgsame Pflege
und künstliche Düngung?) liefern die Grasflächen das für die Winterfütterung
nötige Heu, während die Sommerfütterung auf ihnen selbst
so reichlich und kräftig ist, daß zu dem Harzer Vieh im Mai noch
ganze Herden aus dem Vorland getrieben werden, um im Spätherbst
gemästet das Gebirge wieder zu verlassen?). Während naturgemäß die
Pferdehaltung sehr zurücktritt, erreicht die Rindviehhaltung ziemliche
Ausdehnung und steht den Randbezirken keineswegs nach. Diese vorzüglich
als Milchvieh gehaltenen braunen Harzer Kühe sind weithin
bekannt. Ueberall in den Thälern und auf dem Plateau trifft man
auf ihre zahlreichen Herden, die inmitten der herrlichen Harznatur ein
reizendes Bild abgeben. . Von kleineren Haustieren werden in den
Thälern noch stark Schweine und Ziegen gehalten. Die Ziegenmilch
liefert ja das Material für die weitberühmten Harzer Käse, die in den
Orten am Harzfuß hergestellt werden?) und einen bedeutenden Exportartikel
bilden, Schafe werden im ganzen Gebirge kaum gehalten, allein
in den Gutsbezirken der beiden Bergstädte und in Andreasberg. Dafür
treten aber auf dem Plateau die übrigen kleinen Haustiere stark zurück,
wo sich die wenigen landwirtschaftlichen‘ Betriebe lediglich mit
Rindviehhaltung befassen.
‘) Guthe, 8, 536.
’) Nach mündlicher Mitteilung.
) Benermann. Die Prov. Hannover 1901. 8.17.