Die Bevölkerungsdichte in Südhannover und deren Ursachen. 65
hat der immer noch einen großen Teil des Verkehrs für den Oberharz
vermittelnde Eisenbahnknotenpunkt Seesen 32,1% (3378 auf 4462 Einw.)
Zuwachs zu seiner Einwohnerzahl von 1871 aufzuweisen, und die
Fabrikstädte Osterode 23,9% (6661 auf 8249 Einw.) und Lauterberg
27,9% (3695 auf 4724 Einw.) in derselben Zeit. Aber diese Zahlen,
an sich schon geringer als die entsprechender Plätze des Nordrandes,
reichen nicht hin, um die Stagnation in der Bevölkerungsbewegung,
der mit der landwirtschaftlichen Umgebung auch Herzberg (3616 auf
3704 Einw, = 2,4%) anheimgefallen ist, aufzuheben. Werden die genannten
städtischen Ortschaften in die Bevölkerungszunahme des Westınd
Südrandes eingerechnet, ergiebt sich doch nur eine Vermehrung
um 16% (von 1871—95), also eine Zahl, die weit hinter der Gesamtzunahme
des Nordrandes zurückbleibt.
‚Im Gebirge selbst zeigen nach der obigen Zusammenstellung nur
die Thalsiedelungen und die kleineren Ortschaften des Plateaus die
Tendenz zu stärkerer Zunahme, während die städtischen Siedelungen des
Plateaus eine direkte Abnahme zu verzeichnen haben. Auch einzelne
vom Fremdenverkehr nicht berührte Thalsiedelungen sind diesem Schicksal
anheimgefallen.
Lautenthal .
Wildemann
Lerbach .
Lonau .
Sieber
ärund
Andreasbere
Wohnort
Einwohnerzahl
1871
1895
2519
1276
1479
497
518
1560
23291
2669
1878
498
+42
517
2051
8559 |
Zu- oder
Abnahme
6,7
7,6
0,9
11,1
- 0,8
+ 381,5
+ 6,9
A
Aus dieser Uebersicht geht der oben schon hervorgehobene günstige
Einfluß des Fremdenverkehrs in der starken Vermehrung von Grund
aervor, Die Stadt Andreasberg hat, trotzdem sie dieser Vergünstigung
auch teilhaftig wird, mit zu vielen Mißständen hinsichtlich des unbeständigen
Bergbaues und ihrer eigenen baulichen Anlage zu kämpfen,
um kräftig emporblühen zu können. Seit sie ihren Höhepunkt im
Jahre 1860 mit 4200 Einwohnern überschritten hat, ist ihre Bevölkerungszahl
ständig großen Schwankungen unterworfen gewesen!). Dasselbe
Geschick einer beschränkten Entwicklungsfähigkeit teilen die
anderen Oberharzer Bergstädte Lautenthal und Wildemann, die sogar
seit 1885 beginnen, nicht unerheblich abzunehmen. Das gleichfalls
hierher gehörige Grund weiß dies, wie gesagt, durch seinen Fremden-X)
Guthe, S. 286.