thumbs : Ueber die Körperbeschaffenheit der zum einjährig-freiwilligen Dienst berechtigten Wehrpflichtigen Deutschlands

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Akkordlöhne  werden  da  zur  Anwendung  kommen,  wo  man
den  Wert  der  Arbeit  vor  deren  Ausführung  schätzen  kann  und  wo
Güte  und  Menge  von  der  Geschicklichkeit  des  Arbeiters  abhängen.
Bei  der  Berechnung  des  Akkordlohnes 1 )  wird  die  Größe
der  Arbeitsleistung  in  Beziehung  zum  Lohn  gebracht.  Die  Größe
der  Arbeitsleistung  wird  bemessen  entweder  direkt  nach  dem  Produkt, ­
  welches  der  Arbeiter  herstellt,  oder  indirekt  nach  anderen
Merkmalen.  Bei  direkter  Berechnung  der  Arbeitsleistung  wird
a)  das  ganze  Arbeitsstück  der  Berechnung  zugrunde  gelegt
(Stückberechnung,  Stückakkord),  z.  B.  x  Mk.  für  das
Stück.  Die  Berechnung  des  Arbeitslohnes  nach  dem  Stück  ist  die
zumeist  angewendete  Methode.  Sie  muß,  wenn  sie  gerecht  sein  soll,
auf  die  Qualität  des  Arbeitsmaterials,  auf  dessen  Ungleichheiten,  auf
die  Güte  der  Werkzeuge,  die  Einrichtungen  des  Betriebes  sowie  die
Anzahl  der  Arbeitsstücke  Bücksieht  nehmen;  denn  je  mehr  Arbeitsstücke ­
  gleicher  Art  herzustellen  sind,  um  so  größere  Übung  gewinnt
der  Arbeiter,  die  auch  zur  zweckmäßigen  Anordnung  der  Arbeit
führt.  Lohntarife  mit  Stückberechnung  müssen  naturgemäß  sehr
umfangreich  sein,  weil  sie  auf  alle  denkbaren  Variationen  des  Arbeitsstückes ­
  (Dimension,  Art  des  Bohmaterials  u.  a.)  Rücksicht  nehmen
müssen.
b)  In  anderen  Fällen  werden  nur  Maß-  und  Gewichtseinheiten
des  Arbeitsstückes■'  der  Berechnung  zugrunde  gelegt  (Einheitsberechnung), ­
  z.  B.  x  Pfg.  für  ein  Meter,  kg,  eine  Tonne,
einen  cbm,  qm,  pro  Paar,  je  nach  der  Verkaufseinheit;  sie  wird
angewendet  in  Eisengießereien,  Maschinenfabriken,  in  den  chemischen
Industrien  usf.  Die  Einheitsberechnung  ermöglicht  eine  genaue
Akkordberechnung  und  wird  dort  mit  Vorteil  zur  Anwendung  kommen, ­
  wo  die  vorzunehmenden  Arbeiten  wechseln  und  die  Stückberechnung ­
  zu  ungenauen  Resultaten  führen  muß.  Durch  sie  werden
die  verschiedenartigen  Arbeitsstücke  erst  miteinander  vergleichbar.
Doch  muß  die  gewählte  Rechnungseinheit  zur  Schwierigkeit  der
Arbeit  in  Beziehung  stehen.  Es  wäre  z.  B.  unbillig,  den  Lohn  in
Eisen-  und  Metallgießereien  gleichmäßig  für  alle  Arbeitsstücke,  ob
klein  oder  groß,  ob  schwieriger  oder  leichter  zu  formen,  für  100  kg
festzusetzen,  weil  das  Gewicht  hier  keinen  Maßstab  für  die  Schwierigkeit ­
  der  Arbeit  bietet.

‘)  Die  folgenden  Ausführungen  (§§  23—  24)  sind  zumeist  der  trefflichen
Arbeit  von  Bernhard,  Die  Akkordarbeit  in  Deutschland,  Berlin  1903  (S.  114ff.),
entnommen.  Vgl.  überdies:  Beck,  Gerechter  Arbeitslohn.  Dresden  1902,  mit
reicher  Literaturausgabe  über  diese  Frage.  Brentano,  Über  das  Verhältnis
von  Arbeitslohn  und-zeit  zur  Arbeitsleistung.  2.  Aufl.,  Leipzig  1893.  Bernhard-Schloß,
  Handbuch  der  Löhnungsmethoden.  Leipzig  1906.  Jeidels,  Die  Methoden ­
  der  Arbeiterentlohnung  in  der  rheinisch-westfälischen  Großindustrie.  Berlin  1907.
            
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