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wie noch neuerdings von Prinzing!) betont, eben vielfach nicht
um eine mangelhafte, sondern nur um eine verlangsamte
Entwickelung — ganz abgesehen davon, daß sich unter den hier
verrechneten Zuständen auch zahlreiche Schwächezustände nach vorher
überstandenen, akuten Krankheiten befinden, welche nach absehbarer
Zeit wieder völliger Gesundheit Platz machen.
Auch unter den zahlreichen und zu besonderer Beachtung zwingenden
Herzkrankheiten dürften sich manche Störungen vom Regelrechten
belinden, welche nach Aufhören der ursächlichen Faktoren
wieder verschwinden und ausheilen können.
So ließe sich Aehnliches für noch andere der gefundenen Fehler
anführen — andererseits soll aber ‚nicht verschwiegen werden, daß,
wie schon früher betont, manche Krankheiten, besonders auf dem
Gebiete des Nervensystems, bei der einmaligen Untersuchung auf
Dienstuntauglichkeit bei weitem nicht in ihrer tatsächlichen Häufigkeit
erfaßt werden können und in Wirklichkeit wohl eine wesentlich ernstere
Bedeutung beanspruchen müssen, als unsere dafür gefundenen Zahlen
erkennen lassen.
Diese kurzen Ausführungen dürften gezeigt haben, wie überaus
schwer es ist, die aus derartigen Untersuchungen wie der vorliegenden
sich ergebenden Resultate hinsichtlich ihrer allgemeinen Bedeutung
richtig zu würdigen und einzuschätzen.
Aber selbst wenn man von den gefundenen Zahlen einen Teil
als ohne ernstere Bedeutung ın allgemeiner Beziehung in Abzug
bringen kann, so bleibt doch die Tatsache, daß in militärischer Hinsicht
die besprochenen Krankheiten und Gebrechen zur Dienstuntauglichkeit
geführt haben und daß auch ein gut Teil davon an dauernden
schweren Schäden ihres Gesamsorganismus leidet, welche sowohl für
sie selbst in sozialer Beziehung von Nachteil als auch für die
atwaige Nachkommenschaft nicht ohne Gefahren sind. Und gerade
das Ueberwiegen der organischen Krankheitszustände bei
unseren den höheren sozialen Ständen entstammenden
Militärpflichtigen läßt für die weitere Entwickelung dieser
Schichten doch manche Bedenken aufsteigen.
So drängt sich natürlich die Frage auf, ob und was geschehen
kann, um eine Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse
des zum einjährigen Dienst berechtigten Teiles unserer männlichen
Jugend herbeizuführen.
1) Prinzing, Der Prozentsatz der Militärtauglichen als Maßstab der körperlichen
Entwickelung einer Bevölkerungsgruppe. Zeitschr. f. Sozialwissenschaft.
XI. Bd. 1. Heft. 1908.