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Auch hier bieten die einzelnen Schulen wicder recht verschiedene
Verhältnisse dar. Bei den Gymnasien und Realgymnasien steigt die
Zahl der wegen Lungenkrankheiten Untauglichen mit der Länge der
Schulzeit (bei den (iymnasien zwar ‘nicht gleichmäßig, aber doch
deutlich erkennbar) — während bei den Oberreal- und Realschulen
das umgekehrte Verhalten Platz hat, ein Sinken der Lungenkrankheiten
mit zunehmender Schuldauer. Auch bei den Seminaren und
den nach $ 91 W. O. Berechtigten liegen die Verhältnisse ähnlich.
Eine Erklärung für dieses eigenartige Verhalten zu geben, ist natürlich
schwer; jedenfalls ist es wohl kaum angängig, unmittelbare Einflüsse
der Schule darin zu suchen. Eher ist daran zu denken, daß junge
Leute mit Lungenerkrankungen, welche ein Gymnasium oder Realgymnasium
besuchen, sich schwerer entschließen werden, kurz vor
der Erreichung des Schulzieles die Schule zu verlassen und auf das
in Aussicht genommene Studium usw. zu verzichten, wodurch natürlich
in den höheren Schulaltersklassen die Zahl derartig kranker
Leute vergrößern wird — während die von vornherein mehr für einen
praktischen Beruf bestimmten Besucher von Realschulen eher ihre
Schulstudien aufzugeben geneigt sind und sich früher einer ihrer
Gesundheit zuträglicheren Tätigkeit zuwenden.
Daß aber bei längerem Verweilen auf der Schule dem Schulbesuche
auch ein gewisser begünstigender Einfluß auf die Entstehung
oder Entwickelung der Lungenkrankheiten zugeschrieben werden kann,
dürfte nicht zu bezweifeln sein. Dafür spricht auch wieder der
Umstand, daß das Gymnasium, wie bei den meisten bisher besprochenen
Fehlern fast durchweg am schlechtesten steht; nur in der
Il. Gruppe (17.—19. Lebensjahr) nähert sich die Prozentzahl bei den
Gymnasien derjenigen der anderen Schulen, in der I. und III. Gruppe
übertrifft sie sie aber ganz bedeutend.
Diese ungünstige Stellung des Gymnasiums tritt nun auch bei
Berücksichtigung der Länge der Zwischenzeit zwischen Schulentlassung
und Untersuchung zutage, besonders in den ersten 3 Gruppen gegenüber
den Realschulen, während sich in der Gruppe D mit einer
Zwischenzeit von mehr als 5 Jahren der Unterschied zwischen den
4 Schulen wesentlich ausgleicht. Die zunehmende Länge der Zwischenzeit
macht sich also bei den Gymnasien und Realgymnasien, welche
schon im ersten Jahre nach der Schulentlassung relativ hohe Untauglichkeitszahlen
wegen Lungenkrankheiten aufweisen, verhältnismäßig
weniger ungünstig bemerkbar, als bei den Oberreal- und Realschulen,
bei denen die Gruppen A—C mit einer Zwischenzeit von
1—5 Jahren noch relativ niedrige Untauglichkeitszahlen zeigen; erst