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seiner Schrift „De V organisation sociale“ 1!) Aufschluss. „Man
hat“, heisst es daselbst, „die Gesellschaft oft mit einer Pyramide
verglichen. Wir geben zu, dass die Gesellschaft die Form
einer Pyramide habe und sind der Überzeugung voll, dass die
nationale Pyramide von dem Königtume gekrönt sein müsse ;
wir behaupten jedoch, dass von der Basis bis zur Spitze die
einzelnen Schichten aus immer wertvollerem Materiale bestehen
müssen, und wenn wir die gegenwärtige Pyramide betrachten,
so scheint es uns, dass ihre Basis von Granit ist, dass ihre Lagen
bis zu einer gewissen Höhe aus sehr wertvollen Materialien
bestehen, dass aber ihr oberster Teil, der einen herrlichen
Diamant trägt, nichts Anderes ist als vergoldeter Gips. Die
Grundlage der gegenwärtigen nationalen Pyramide sind die
Arbeiter, mit den regelmässigen Arbeiten beschäftigt; die ersten
Schichten oberhalb der Basis sind die Chefs der industriellen
Arbeiten, sind die Gelehrten, die die Fortschritte der Fabrikation
vervollkommnen und ihre Herrschaft ausdehnen, sind die
Künstler (artistes), die allen ihren Erzeugnissen das Gepräge
des guten Geschmackes aufdrücken. Die höheren Schichten,
von denen wir sagten, dass sie nur aus Gips bestünden, den
man sehr gut erkennt trotz der Vergoldung, die ihn bedeckt.
das sind die Höflinge, das sind im Allgemeinen alle Adeligen,
sowol die alten wie die neuen, das sind die müssigen Reichen,
das sind schliesslich alle Regierenden vom Premierminister
herab bis zum letzten Gehilfen. Das Königtum, das ist der
herrliche Diamant, der die Pyramide krönt.“
Das Ingenium Saint-Simon’s war also wesentlich politi-
scher Natur und seinen sozialen Vorschlägen liegen beinahe
ausschliesslich die angegebenen politischen Motive zugrunde
Darum sagte ich auch zu Beginn dieses Kapitels, dass Saint-
Simon’s geistiger Habitus anders war als der seiner Schüler.
Von diesen soll nun die Rede sein. j
Der Bedeutendste ist Bazard, gewissermaassen der „Pau-
lus des neuen Christentums“. Er war es, der durch die an-
schauliche Darstellung der neuen Lehre in den von 1828—30
gehaltenen Vorträgen am meisten zu ihrer Verbreitung beige-
tragen hat. Diese Vorträge, die dann (1830—3ı) zusammen-
gefasst und unter dem Titel „Exposition de la doctrine Saint-
Simonienne“ veröffentlicht wurden, bilden das Grundbuch des
1) Vgl. Bd. 39 der Ocuvres p. 131, 132.