Full text: Das Recht auf Arbeit in geschichtlicher Darstellung

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aochmals mit dem Gewehre auf den Boden stossend, schrie er: 
„Genug der Worte.“ Ich beeilte mich dazwischenzutreten, zog 
Marche in eine Fensternische und schrieb vor ihm das folgende 
Dekret, dem Ledru-Rollin lediglich den letzten Satz beifügte: 
Le Gouvernement provisoire de la Republique francaise 
Yengage ä garantir l’existence de l’ouvrier par le 
;ravail; 
il sS’engage ä garantir du travail A tous les citoyens; il 
reconnait que les ouvriers doivent s’associer entre eux pour 
jouir du benefice de leur travail: 
le Gouvernement provisoire rend aux. ouvriers, auxquels 
il appartient, le million qui va &choir de 1a liste civile 1).“ 
Am 26. Februar wurde dieses Dekret im „Moniteur“ ver- 
öffentlicht. Louis Blanc gibt selbst zu, er seisich darüber 
im Unklaren gewesen, wie weit dieses Dekret die 
Regierung verpflichte?); er habe ganz gut gewusst, dass 
as nur auf dem Wege einer sozialen Reform ausführbar sei, 
deren Grundlage die Association und deren letzter Zweck die 
Abschaffung des Proletariats sei. Jedoch wollte er damit die 
Staatsgewalt durch ein feierliches Versprechen verpflichten, sich 
das Schicksal der Arbeiter ernstlich angelegen sein zu lassen ®). 
1) Vom Augenblicke der Anerkennung des Rechts auf Arbeit wurde die 
Agitation dafür um so Jeidenschaftlicher geführt. In der Tagesliteratur, in 
zahllosen Broschüren und in Versammlungen wurde das Recht auf Arbeit 
;rörtert und ebenso bildete es einen ständigen Programmpunkt der Manifeste 
u den Walen für die Assemblee nationale, ‚Schon am 25. Feber wurde in 
zanz Paris ein „Volksprogramm“ verbreitet (vgl. Les Murailles R&- 
7olutionaires, Paris 1852, P- 24 — dieses interessante Werk ist eine 
Sammlung aller Proklamationen , Maueranschläge, Affichen ete. des Pariser 
Revolutionsjahres), dessen erster Punkt das droit au travail war. Es wird 
larin für die öffentliche Gewalt die Verpflichtung festgesetzt, allen Mit- 
xliedern der Gesellschaft, die in der Privatindustrie keine Beschäftigung finden, 
\rbeit, oder im Notfalle ein Existenzminimum zu gewähren, Einige Tage 
'päter — am 3. März — erschien ein Manifest der „Geheimen Gesellschaften“ 
vgl. Les murailles R&volutionaires a. a. O. P- 254—256) unterzeichnet von 
\lbert, Arago, Caussidiere, Desmoulin, Leroux und zahlreichen anderen hervor- 
'agenden Mitgliedern der sozialistischen Parteien, das eine Erklärung der 
Menschenrechte enthielt und an die Spitze das Recht auf Existenz und das 
Recht auf Arbeit stellte. Le premier Ara de l’homme — heisst es in dieser 
Xundgebung — est le droit de vivre. Le travail est une des conditions de 
ia vie de l’homme; la socie6t&g doit du travail ä chacun de ses 
membres, et des moyens d’existence A ceux qui sont hors d’etat de travailler. 
2) 8. Lonis Blane, Histoire a. a. O. I. P- 129. 
3) S, die Verteidigung der Haltung der provis, Regierung durch John 
Stuart Mill, in dessen Aufsatze „Rechtfertigung der französischen Februar- 
revolution“, abgedruckt in Mills gesammelten Werken, Leipzig 1875, Bd. 11 
p. 230 ff. „Das droit au travail, wie es die provis. Regierung auffasste, 
ınterliegt nicht den gewöhnlichen Einwendungen gegen ein Armengesetz, wol 
aber der schwerwiegendsten aller Einwendungen, derjenigen, die sich auf das 
Bevölkerungsgesetz gründen. Abgesehen von diesem Serinzine Hesse sich
	        
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