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Zustände in den Berewerksgebieten
Die Menge des gewerblichen Proletariats wird noch durch
ungefähr eine Million Grubenarbeiter vermehrt, von denen
722 335 in den Kohlengruben, die übrigen. in Kupfer-,
Gold-, Silber- und andern Bergwerken beschäftigt sind.
Von den 722 335 Kohlenarbeitern sind 172 585 in den
Anthrazitgruben von Pennsylvania beschäftigt und 549 750
in den Steinkohlen- und Braunkohlengruben der Ver-
einigten Staaten,
Auch in diesem Industriezweige gibt es unter den Arbei-
tern dieselbe vielsprachige Zusammenwürfelung verschie-
dener Nationalitäten, die in andern Industriezweigen so
bemerkenswert ist. Auch hier ist eine besondere Form des
„Wirksamkeitssystems‘“ in Kraft, nach welchem die Gruben-
arbeiter nach der Tonne bezahlt werden. Nominell wer-
den ihnen höhere Löhne als in vielen andern Industrie-
zweigen gezahlt; tatsächlich aber werden sie gezwungen, ihre
Werkzeuge, ihr Sprengpulver und andere Utensilien selbst
zu bezahlen; sogar die Kosten der Sicherheitslampe werden
ihnen auferlegt. Sie werden beim Abwiegen der Kohlen
in hohem Maße betrogen; die richtige kurze Tonne wiegt
2000 Pfund, aber die Tonne als Grubenertrag wird zu
2400 Pfund oder mehr gerechnet, und der Arbeiter wird
um die Differenz betrogen. Millionen Dollar an Lohn
werden so den Grubenarbeitern frech geraubt. Selbst bei
diesen offenkundigen Erpressungen und Betrügereien könnte
der Grubenarbeiter vielleicht in gewissem Grade anständig
leben, wenn er das ganze Arbeitsjahr hindurch arbeiten
könnte. Aber der kürzlich erschienene Bericht des geo-
logischen Büros der Vereinigten Staaten zeigt, daß die
Jurchschnittliche jährliche Arbeitszeit der Anthrazit-
grubenleute 246 Tage beträgt und die der anderen Stein-
kohlengräber 211 Tage.
Beinahe 138 000 Bergleute arbeiten in Gruben, die
zehn Stunden im Betrieb sind. Der durchschnittliche
jährliche Gesamtlohn für eine sehr große Zahl der Gruben-
arbeiter übersteigt bei reichlichster Schätzung nicht 400