Full text : Die Devalvation als Mittel zur Wirtschaftsbelebung

lich die sog. kurzfristige und langfristige Arbeitslosigkeit
 unterscheidet.*) Für Deutschland führt er hier als
Spezifikum das auffallende Anwachsen der Arbeitslosigkeit
 überhaupt, besonders aber der langfristigen Arbeitslosigkeit
 an. Er konstatiert, daß die gesamte
Arbeitslosigkeit, welche im Jahre 1922 in Deutschland
nur zwei Promille von der Zahl der gewerkschaftlich
organisierten Mitglieder betrug, im Jahre 1931 auf 20
Prozent gestiegen ist. Von den absoluten Zahlen ist weiters
 für Deutschland charakteristisch, daß von der Gesamtzahl
 von 4.3 Millionen Arbeitslosen im September
 1931 fast 2 Millionen auf die langfristige Arbeitslosigkeit
 entfallen.
Dieser kritische Zustand Deutschlands zeigt markant,
 daß keine Nationalwirtschaft eine dauernde Störung
 des wirtschaftlichen Gleichgewichts verträgt. Bei
der Bedeutung Deutschlands für die Weltwirtschaft
müßten die Reflexe dieses Zustandes auch in den internationalen
 Wirtschaftsverhältnissen in Erscheinung
treten. Der beste Beweis dessen ist die Einigung über
das Moratorium für die Auslandschulden, das sog.
„Stillhalteabkommen‘“; diese Maßnahme wurde aber
noch weiter durch die Entwertung der deutschen Forderungen
 gegenüber den ausländischen Gläubigern und
durch das System der Scerips gesteigert, und in letzter
Zeit durch die nochmalige Einstellung der Auslandzahlungen.

Betrachten wir nunmehr England.

*) Vergl. Schriften des Vereins für Sozialpolitik
 1932 185-I.

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