Full text : Der Tabak

12 Tabak und Tabakgenuß. historisches
riös mit Verzierungen aus Gold und Cdelsteinen ausgestattet.
Bereits im Jahre 1680 wurde in Berichten die Tabakkultur von
syrien erwähnt. In Persien wurde neben dem Tschibuk auch
die Wasserpfeife benutzt. Diese besteht aus einer zur Hälfte
mit Wasser gefüllten Flasche, deren Verschluß zwei Offnungen
hat; durch die obere Offnung wird ein bis in das Wasser reichen—
des Glasrohr gesteckt, welches an seiner Spitze den tönernen
Pfeifenkopf trägt, während in der seitlichen Offnung mittels
eines Glasrohres, welches in der Flasche oberhalb des Wassers
endet, ein innen durch eine Drahtspirale verstärkter Lederschlauch
mit dem Mundstück angebracht ist. Der Tabakdampf wird beim
Passieren des Wassers abgekühlt und gleichzeitig in seiner
Schärfe gemildert. Von Persien aus wurde der Tabak durch die
Narawanenzüge in die angrenzenden Länder Zentralasiens ver—
hreitet, während Indien, China und Japan durch europäische
seefahrer denselben kennen lernten. In einigen dieser Länder
setzte man dem Tabak mannigfache Ingredienzen zum Parfü—
mieren zu, so z. B. Kosenwasser, einige Gewürze und Rügelchen,
welche aus dem verdickten Safte der Blätter und Spitzen von
hanf hergestellt waren. (Der indische hanf (Canabis indica]
wird heute noch wegen seines scharfen stechenden Geruches und
ätzenden Geschmacks zu den bekannten Asthmazigaretten ver—
arbeitet.) Schon in der ersten hälfte des 17. Jahrhunderts
wurde in Vorder- und hinterindien viel Tabak angebaut, und
bald darauf nahmen auch China und Japan die Tabakkultur auf.
Die im Jahre 1602 gegründete Holländisch-Oftindische Kompag—
nie brachte den Tabakgebrauch auf die Sundainseln, und zwar
zuerst nach Java, wo sich auch bald der Tabakbau entwickelte.
Auf den Philippinen gründeten die Spanier im Jahre 1560
die erste Niederlassung; sie führten neben dem Tabakgenusse
auch bald den Anbau von Tabak ein, wozu sie den Samen aus
Mexiko mitbrachten. Viel später wurde der CTabak in Austra—
lien bekannt, fand aber auch dort bald sehr viele Liebhaber.
Es muß noch erwähnt werden, daß fast überall die Frauen
dem Tabakgenusse in gleicher Weise wie die Männer frönten.
Der Schriftsteller S. M. Moscherosch schrieb im Jahre 1642,
daß am Rhein und in Baden auch viele Frauen aller Stände
Pfeifen rauchten, und Otto v. Kotzebue berichtet in seiner Schrift
            
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