Object : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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II.  Abschnitt.
Mie  einzelnen  Knlinen  und  Salzbergwerke.
7.  Kapitel.
Ire  Kgl.  württ.  Saline  Snl;  a.  Neckar.
Die  Geschichte  der  Saline  zu  Sulz  am  Neckar  ist  eine  sehr  alte;  leider
steht  uns  urkundliches  Quelleumaterial  aus  den  früheren  Jahrhunderten  nur
sehr  wenig  zur  Verfügung,  da  der  größte  Teil  der  Urkunden  der  Stadt  Sulz
im  16.  und  17.  Jahrhundert  durch  Feuersbrünste  verloren  ging  *).  Die  mehrfach
anzutreffende  Ansicht,  daß  wir  in  Sulz  das  Solicinium  der  Römer  vor  uns
haben,  dürfte  nichts  weiter  als  eine  geistreiche  Hypothese  sein,  für  welche  es  an
jedem  urkundlichen  Beweis  fehlt.  Nichts  destoweniger  hat  die  Vermutung  einen
hohen  Grad  von  Wahrscheinlichkeit  für  sich,  daß  die  Stadt  ihren  Namen  von
der  Salzquelle  (Sülze)  erhielt.  Als  die  ersten  Hauptbesitzer  des  alten  Salzbrunnens ­
  traten  im  13.  Jahrhundert  die  Grafen  zu  Sulz  auf.  Mitte  des  13.
Jahrhunderts  sehen  wir  einen  Grafen  Berthold  von  Sulz  das  Nonnenkloster
Frauenalb  mit  einer  Salzhalle  beschenken,  welche  jedoch  das  Kloster  im  Jahre
1252  an  die  Nonnen  zu  Kirchberg  für  den  Preis  von  35  Pfund  Heller  zuni
Verkauf  bringt.  Dieses  ist  das  erste  urkundlich  zu  belegende  Jahr  in  der  Geschichte ­
  der  Saline  Sulz.  Im  weiteren  geschichtlichen  Verlauf  treten  als  Rechtsnachfolger ­
  der  Grafen  von  Sulz  als  Mitbesitzer  des  Salzbrunnens  die  Grafen
von  Geroldseck  auf,  welche  gelegentlich  einer  im  Jahre  1383  erfolgten  Erbteilung ­
  Besitzrechte  an  den  Einkünften  des  Salzbrunnens  erwarben.  Schon  um
diese  Zeit  sehen  wir  Sulzer  Stadtbürger  im  Besitz  von  Siedepfannen;  so  wird
aus  dem  Jahre  1382  ein  Hanns  der  Kupfirsmit  (Kupferschmied)  als  Besitzer
eines  Gesieds  erwähnt.  Im  15.  Jahrhundert  erwerben  die  beiden  Klöster  Wittichen
  und  Alpirsbach  Besitzteile  am  Sulzer  Gesied.  Bis  zum  Jahre  1570  erfolgte ­
  die  Salzbereitung  bei  dem  alten  Brunnen  in  der  Stadt;  in  dem  genannten ­
  Jahr  jedoch  wurde  das  Rathaus  auf  dem  „Gesodplaz"  erbaut,  wodurch  eine
Verlegung  der  Siedehäuser  notwendig  wurde,  die  man  bei  dem  unteren  Tor  auf
dem  „Wöhrd"  errichtete.  Im  Jahre  1581  wurde  die  Stadt  Sulz  von  einem
großen  Brandunglück  heimgesucht,  welches  einen  beträchtlichen  Teil  der  Stadt,
sowie  das  Rathaus  mit  wichtigen  Urkunden  über  die  Saline  vernichtete 1  2 ).
Im  16.  Jahrhundert  lag  der  Betrieb  der  Saline  Sulz  als  württembergi-1)

  Kgl.  stat.-top.  Bureau,  Beschreibung  des  Oberamtes  Sulz  1863,  Seite  118  f.
2)  von  Alberti,  Das  Gebirge  des  Königreichs  Württemberg,  Seite  180.
            
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