8 10. Arten der Trusts,
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denn jeder Trust trachtet ja seine Macht nach beiden Richtungen
geltend zu machen. Vielfach werden auch die Trusts nach ihrem
Gegenstand klassifiziert, Insbesondere unterscheiden die amerikanischen
Schriftsteller: ı. Eisenbahntrusts, 2. industrielle Trusts,
3. Konzessionstrusts (franchises), Zu letzteren gehören z. B. die
städtischen Gas- und HElektrizitätswerke, Wasserleitungen, elektrische
Eisenbahnen und im allgemeinen alle jene Unternehmungen,
welche infolge der Konzession ein Monopol genießen.
Die Einteilung der Trusts kann auch nach dem Grade
der Machtvollkommenheit geschehen, in welchem der Trust
seine monopolistische Tendenz verwirklicht hat oder derselben bloß
nahekommt. Hierbei ist nicht nur die Politik des Trusts maßgebend,
sondern die Natur jenes Industriezweiges, in welchem
der Trust entsteht. Auf dieser Grundlage unterscheiden wir
zwischen Trusts, die ein juristisches oder ein tatsächliches Monopol
genießen oder sich dem letzteren bloß nähern. >
ı. Das rechtliche Monopol entsteht infolge eines gesetzlichen
Privilegs, bei welchem der Trust überhaupt keine Konkurrenten
zu fürchten hat. Ein derartiges rechtliches Monopol kann einer
industriellen Entdeckung, einem Geschäftsgeheimnis zukommen.
2. Tatsächliches Monopol genießen jene Kisenbahntrusts,
welche ihre Konkurrenten eingeschmelzt haben oder Regionen
durchschneiden, in welchen der Trust über sämtliche Parallellinien
verfügt und keine Konkurrenzbahnen existieren, Hierher
gehören auch die sog. Konzessionstrusts,
3. Alle jene Trusts, welche kein tatsächliches Monopol erreichen
konnten, sind je nach dem Grade erfolgreich, in welchem
sie die Herrschaft über den Markt erlangen. Die größte Machtvollkommenheit
besitzen also jene Trusts, welche über den größten
Teil des Rohmaterials verfügen (z. B. Petroleum, Kohle etc.)
und dessen Markt beherrschen. Diese Herrschaft hat jedoch
ihre natürlichen Grenzen: infolge eines übermäßigen Mißbrauchs
entsteht jene volkswirtschaftliche Erscheinung, welche Leroy-Beaulieu
das Gesetz der Verschiebung nennt, d. h. die Konsumenten
werden sich der Monopolware ab- und jenen Waren zuwenden,
die dieselbe vertreten können. (So wird z. B. statt
Petroleum ein anderes Beleuchtungsmaterial angeschafft.) Eine
monopolistische Situation wird auch durch den ausschließlichen
Besitz oder Einfluß auf die Kommunikationsmittel begründet.