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Weltanschauung.
Ungetrübte Chöre hallen nieder,
Alle Ufer werden nun beredt,
Und dein Herz giebt seine Antwort wieder:
Selig, wer die Einsamkeit versteht.
Leise tauchen unsre Ruder unter,
Silberner zertropft die blaue Flut,
Um uns wird die Welt von Träumen bunter,
Sacht entschlummert dein bewegtes Blut ...
Wer die Einsamkeit versteht, ist selig ....
(Franz Evers.)
Und nun aus der Einsamkeit in die Ewigkeit, sehnsuchtsvoll,
und ahnend vielleicht schon beglückt:
Ich möchte heimlich still hinüberschreiten,
So wie der Abend in die Nacht verrinnt.
Es sollen süße Lieder mich begleiten
Zu meinen Inseln, die beglückend sind.
Ich möchte sterben schön und ohne Fehle
Und noch im Tode reich an Sehnsucht sein
Und möchte fühlen, wie die freie Seele
Mit Klingen zieht zu ihren Himmeln ein.
(Hans Bethge.)
... oder zerrissen suchend, harrend der Erlösung, christlich
gewandt im Schrei nach Hilfe:
Noch liegt verhalten, ungeboren,
Mein tiefstes und mein bestes Sein.
In Wahn und Weh bin ich verloren
Du Licht der Wahrheit, brich herein!
(Frieda Schanz.)
Ach, meine Augen sind trübe von Staub und Streit,
Mein Fuß ist schwach, ich irr' im Guten und Bösen,
Ich schreie nach dir, wie das Kind nach der Mutter schreit —
Allmächtiger, neige dich nieder, mich zu erlösen!
Carl Busse.)