Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

98  FRANKREICH.  —  Sociale,  Gewerbs-  und  Handelsverhältnisse.

1S52  35,712  Fr.
1853  41,712  -
1854  45,6ü3  -
1855  51,317  -

185«  48,048  Fr.
1857  45,259  -
1858  41,330  -,
1859  43,908  -

I860  44,492  Fr.
1862  45,319  -
1863  42,999  -  *)

Strassen.  Chausseen  (1862)  :  Staatsstrassen  37,352  Kilom.,  Vicinalstrassen
  220,000  Kil.  —  Schiffbare  Flüsse;  6,500,  Kanäle
4,750  Kilom.
Bank.  Die  Bank  von  Frankreich  ward  im  Apr.  1803  gegründet.
Obwol  ihr  letztes  Privilegium  erst  Ende  1867  abgelaufen  wäre,  hat  man
dasselbe  doch  schon  im  Mai  1857  auf  weitere  30  Jahre  (bis  Ende  1897)
verlängert,  der  Anstalt  aber  die  Verpflichtung  auferlegt,  der  Staatscasse
sofort  100  Mill.  Fres,  gegen  3proc.  Rente  zu  leihen.  Um  die  Mittel
hiezu  aufzubringen,  wurde  die  Zahl  der  Actien,  bis  dahin  91,250  Stück
(zu  1000  Fres.),  verdoppelt  (nun  182,500  Actien).  Gleichzeitig  erhielt
die  Bank  Befugniss,  Banknoten  bis  zum  Minimalbetrage  von  50  Fr.  auszugeben ­
  (bis  dahin  waren  100  Fr.  die  kleinste  Summe).  Die  Summe
der  circulirenden  Noten  schwankte  1863  zwischen  739%  u.  864%  Mill.
(1850  war  das  Maximum  492  Mill.)  —  Die  Anstalt  unterhält  in  allen
grossem  Städten  des  Staats  Filialen.  Die  Gesammtsumme  ihrer  Geschäfte ­
  stieg  folgendermassen  ;

gesellschaften,  fand  sich  das  Capital  zu  261  Mill,  angewachsen,  so  dass  die  ersten ­
  Actieninhaber  149  Mill,  verdienten,  ehe  die  Bahn  fertig  war.  Aehnlich  ging
es  mit  den  famosen  Minen  von  St.  Aubin.  Zu  500,000  Fr.  im  Nov.  1851  angekauft, ­
  wurden  sie  im  Juli  1852  zu  1’500,000  Fr.,  drei  Tage  später  zu  3’200,000
Fr.  und  im  Mai  1856  zu  22  Mill,  in  Obligationen  an  den  Grand  -  Central  verkauft. ­
  (Die  Minen  gehörten  einem  Grafen  N.  N  ,  als  sie  an  den  Grand-Central
abgetreten  wurden,  und  er  war  auch,  wie  behauntet  wird.  Director  des  Grand-Central,
  als  dieser  r.n  die  beiden  andern  Gesellschaften  verkauft  wurde.)
*)  Die  Kraft  der  auf  den  franz.  Bahnen  verwendeten  Locomotiven  war  schon
1861  nominell  die  von  450,000  Pferden;  ihre  Leistung  kam  aber  der  von
1’900,000  Pferden  gleich,  welche  täglich  10  Stunden  arbeiten,  oder  jener  von
«’300,000  Menschen  bei  ebenso  langer  täglicher  Arbeit  Berechnung  des  Ingenieurs ­
  Perdonnet).  Die  Zahl  der  bei  den  franz.  Bahnen  verwendeten  Personen
betrug  60,000.  Eine  von  der  Regierung  niedergesetzte  Commission  zur  Untersuchung ­
  der  Unglücks  fälle  auf  franz.  Schienenwegen  berichtete:  Von  den
189’046,676  Reisenden,  welche  von  18:15  bis  Ende  1855  befördert  wurden,  sind
durch  den  Betrieb  111  getödtet  =  1  auf  1’703,12:1.  Auf  einmal  fanden  52  ihren
Tod  bei  dem  grossen  Unglück  auf  dem  linken  Seine-Ufer.)  Verletzt  wurden
durch  den  Betrieb  393  Reisende,  =  1:479,81  1.  Beides  zusammen  506  Opfer
=  1  :875,092.  P'erner  sind  durch  den  Betrieb  308  Angestellte  der  Bahnen  verunglückt ­
  (49  getödtet,  259  verletzt)  ^  endlich  249  sonstige  Personen  (166  getödtet, ­
  83  verletzt).  Durch  eigene  Unvorsichtigkeit  oder  vom  Betriebe  unabhängige ­
  Ursachen  sind  zahlreichere  Opfer  gefallen:  119  Reisende  (40  getödtet),
1130  Eisenbahnangestellte  (418  todt  und  712  verletzt)  und  64  andere  Personen
(37  todt  darunter  34  Selbstmörder).  In  Folge  wirklichen  Betriebs  kam  1  Vernniflückter
  (getödtet  oder  verletzt)  in  Preussen  auf  3’291,075  Reisende,  in  Belgien ­
  auf  l’Oll  237,  in  Frankreich  auf  375,092,  in  England  auf  311,345  und  in
den  Vereini«-ten  Staaten  auf  188,459  Reisende.  Die  Eisenbahnen  gewähren  eine
grössere  Sicherheit,  als  die  Transportmittel  auf  den  Landstrassen.  Die  Posten
und  die  Messageries  générales  hatten  in  Frankreich  binnen  10  Jahren  (1846  —
1855)  Unfälle  welche  von  7’109,276  Reisenden  20  Personen  das  Leben  kosteten
und  238  verletzten;  eß  kam  also  1  Getödteter  auf  355,463,  und  1  Verletzter  auf
29,571  Reisende.
            
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