Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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BELGIEN. — Finanzen (Budget). 
beide Neethen, Sambre, Ourthe, Niedermaas und Wälder. Der Wiener 
Congress vereinigte dieses Gebiet mit Holland zu einem »Königreich 
der Niederlande«. Die Kämpfe zu Brüssel 21.—27. Sept. 1830 hatten 
die Trennung beider Länder zur Folge. Am 30. Nov. 1830 proclamirte 
der Nationalcongress die Unabhängigkeit Belgiens; am 4. Juni 1831 er 
folgte die Erwählung des Prinzen Leopold von Sachsen - Coburg zum 
Könige; nach vorgängiger Intervention Frankreichs, fand am 19. April 
1839 die Anerkennung Belgiens durch Holland statt, gegen Uebernahme 
eines Theiles der holländischen Staatsschuld. 
Finanzen. Budget iiXx 1804. 
Einnahmen 157’782, 
. . 18’8S(;,290 I 
. . 10,700,000 
. . 4,070,000 
400.000 
P250,000 
210.000 
13’515,000 
26’120,000 
Grundsteuer . 
Personalsteuer .... 
Gewerbsteuer .... 
Bergwerksabgabe . 
Abgabe v. geist. Getränken 
— vom Tabaksverkauf . 
Zollertrag 
Accisse, sammt Salzsteuer 
700 Fres., nemlich : 
Enregistrement.... 
Domänenertrag . . . 
Post *) 
Dampfschifffahrt zwischen 
Ostende und Dover 
Eisenbahn 
Anderweit» Einkünfte . 
Von Domänenverkäufen . 
31’520,000 
4’400,000 
3,160,000 
225.000 
32’350,000 
10’816,500 
100.000 
iiisgaben 151’778,575 Fres, (ungerechnet Supplementarcredite) : 
Staatsschuld 40’660,2(»0 
Dotationen , . . . . 4’237,080 
Ministerium der Justiz . 14’625,756 
— des Auswärt. u. Marine 2’076,188 
— des Innern .... 10’603,809 
Min. d. öffentl. Arbeiten 26’452,0U5 
— des Kriegs .... 35’988,010 
— der Finanzen . . . 14’423,900 
Rückersätze u. Nichtwerthe 975,200 
Specialfonds 835,437 
Der Budget-Entwurf für 1865 schliesst ab mit 159’1 12 790 
Fres. Einn. und 153’61 1,469 Bedarf. Der Ueberschuss soll Verwen- 
dung erhalten in Gemässheit früherer Gesetze über öffentl. Bauten. Von 
den Ausgaben sind 34’904,950 Fres, für das Kriegswesen bestimmt. — 
Der Hof erfordert 3'401,323 (eigentl. Civilliste 2’751,323). 
Der h inanzhaushalt leidet unter dem Systeme der Supplementär— 
credite. Vom 4. Quartal 1830 bis Ende 1859 betrug die Gesammt- 
ausgabe des Staats 3,769’601,475 Fres., im jährl. Durchschnitte also 
128’875,264 (am wenigsten 1835: 87’104,005 Fres.). Unter der holl. 
Regierung hatte Belgien die Hälfte des gemeinsamen Bedarfs aufzubrin 
gen, durchschn. 4 0'724,91 3 Gulden (etwas über 88 Mill. Fres.). Den 
noch befindet sich das Land jetzt besser als zuvor. Bei Vorlage des 
Budgets für 1861 konnte der Minister geltend machen, was der belg. 
Staat von jener grossen Gesammtsumme seit 1830 verwendet hatte - 
42 Mill, für Kunst und Wissenschaft, 10 für Herstellung religiöser Bau 
werke, 54 für öffentlichen Unterricht, 4 für die Militärschule, 14 für 
Gefängnisse, 77 für Strassen, 12 für Vicinalwege, 128% für Flüsse und 
Canäle, 191 für Staatseisenbahnen. — Der Vicinal-Wegebau, welcher 
schon im Budget für 1861 eine Mill, in Anspruch nahm, fehlte im Bud 
get von 1831 ganz und empfing noch 1841 nicht mehr als 100,000 
Fres. Der höhere Unterricht erforderte 1831 : 339,539, 1861 993,236 
Fres. ; ähnliche Zahlen Verhältnisse zeigen sich: für die Mittelschulen mit 
*) Nach Abzug von 42 Proc. zu Gunsten der Gemeinden, in denen das 
Octroi abgeschafit worden.
	        
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