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richtiges Bild von seiner moralischen Konstitution gibt.
Die häßlichen Handlungen sind vielmehr die Resultate
der Selbstverteidigung, wie er sie versteht, und der
Notwehr gegen den Verrat, der gegen ihn geübt wird;
seine Rachetaten sind bloß Aufwallungen seines reiz-
baren Temperaments. Wir sehen, wie der Indianer durch
Ungerechtigkeit und Betrug zur Verzweiflung getrieben
wird.“
Sibley, der indianische Agent der Vereinigten Staaten
am Fort Osage, berichtet dem Oberaufseher McKenney
unterm 16. April 1819 von den Versuchen, di& hauptsächlich
von seiten der Amerikanischen Pelz-Gesellschaft unter-
nommen wurden, die Aufhebung der Handelsposten der
Regierung herbeizuführen. Voller Bitterkeit schrieb er:
„Die beklagenswerte Gier der Händler wird nicht länger
einzudiämmen sein; der Handel mit den Indianern muß
ja an ‚private Unternehmungen‘, an mitleidlose Leute
abgegeben werden . . . an grundsatzlose Pioniere des Handels
von jeglicher Gattung und Gestalt.“ Würde das geschehen,
so führte er aus, so könnte man den Siedlern ebensogut
sagen: „Euer Vermögen wird geopfert, eure Familien
ermordet, eure Farmen zerstört werden; aber diese Männer
bestehen auf ihren Rechten, und der Pelzhandel muß
ihnen überlassen bleiben ... Was ist auch der blutende
Skalp eines Kindes im Vergleich zu dem reichen Pelz eines
Bibers ?““
Alle diese Proteste hatten keinen Zweck; durch eine
Kampagne von falschen Berichten und dreister Bestechung
setzte Astor schließlich die Abschaffung der Handelsposten
der Regierung durch, und nun konnte er die Indianer-
stämme ohne jede Handelskonkurrenz von seiten der Re-
gierung betrunken machen und betrügen. Aber während
die‘ indianischen Agenten der Vereinigten Staaten Astor
wegen seiner: außerordentlich empörenden Praktiken an-
klagten, und zwar mit Recht, hätten sie sich selber wegen
der Betrügereien anklagen sollen, die sie beim Ankauf von
großen Arealen für die Regierung gegen die Indianer be-
gingen. Oberaufseher McKenney berichtet, diese Länder
hätten der Regierung durchschnittlich nur zwei Cent