Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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GllOSSBKITAXIEX.  —  Militär  (Landmacht,,.

Vorschüsse  etc.  für  Baden,  Darmstadt  und  Braunschweig  datiren  noch
aus  den  letzen  Jahren  des  vorigen  Jahrhunderts.  —  Im  Allgemeinen
sollen  die  von  England  gezahlten  Subsidien  in  den  franz.  Kriegen  pr.
Soldat  und  pr.  Jahr  11  €  2  Shill,  betragen  haben.  Schon  anfangs  des
J.  1&G2  waren  diq  Zahlungen  für  Verzinsung  der  für  Griechenland  verbürgten ­
  Anleihe  auf  8-17,545  £  gestiegen.

Landmacht.  Formation.  Das  Heer  wird  nur  durch  Werbung
17—25jübriger  Freiwilliger  gebildet.  Die  Capitulationszeit  ist  gewöhnlich ­
  bei  der  Infanterie  7  oder  1  0,  bei  der  Cavallerie  und  Artillerie  12
Jahre.  Das  Handgeld  wechselt,  je  nach  dem  Mannschaftsbedarfe.  Der
englische  Soldat  ist  der  bestbezahlte  und  in  der  Hegel  bestgenährte  in
Europa.  Dessen  ungeachtet  wird  der  Dienst  zu  I.ande  weit  geringer
geachtet  als  der  zur  See.  Die  Löhnung  betrügt  1  Shill,  und  1  Den.
täglich  (etwa  11  Sgr.)  bei  der  Infanterie,  I  Shill.  4  Den.  bei  der  Artillerie ­
  ;  dazu  gewähren  Wohnung,  Kleidung  und  I,ebcnsmittel  einen  Vortheil ­
  von  wenigstens  1  Shill.  —  Die  Officiersstcllen,  vom  Obristlieutenant ­
  abwärts,  sind  käu  fl  ich  ;  selbst  die  traurigen  Resultate  des
Krimfeldzugs  konnten  eine  Aenderung  nicht  erwirken.  Niehtkäuflich
sind  die  Stellen  im  Feldzeugamte  (d.  h.  in  der  Artillerie  und  im  Genie)
und  die  durch  Tod  oder  Versetzung  vacant  gewordenen;  auch  findet  in
der  Marine  kein  Verkauf  statt.  (Freis  einer  übristlieut.-Stelle  bei  der
Fussgardo  7250  £,  bei  der  Linieninf.  4500,  der  Stelle  eines  Cornets  bei
der  Garde  1200,  eines  Fähnrichs  bei  der  Linieninf.  4  50  £.  Der  Gesammtwerth
  aller  verkauften  Officierspatente  wird  zu  8’OOS,  535  C  angegeben.) ­
  Der  Erlös  aus  dem  Verkaufe  von  Officierspatenten  war:
1844  1845  1853  1854
:i  41S,s<)5  520,000  024,‘^40  5:(l,:m
Eine  \erfügung  vom  November  1850  schafi’te  die  körperlichen  Züchtigungen ­
  der  Soldaten  (mit  »der  Oschwänzigen  Katze«  ab,  vorbehaltlich
gewisser  Ausnahmcfälle.  Das  Avancement  war  ihnen  bis  zum  Krim-Feldzuge
  beinah  unbedingt  abgeschnitten  und  ist  auch  jetzt  nur  ausnahmsweise ­
  ermöglicht.  Die  Zahl  der  zu  üfficieren  beförderten  Unterofficiere
  betrug  in  den  fünf  Friedensjahren  1840—  1853  zusammen  nur
104,  dagegen  in  den  zwei  Kriegsjahren  1  854  und  1855  231.  —  Desertionen ­
  kamen  im  J.  1857  1888  vor.  Die  Mannschaft  erprobte  sich  stets
als  brav  und  unerschütterlich  im  Kampfe,  ist  indess  schwer  beweglich  ;
das  Officiercorps  aber  umfasst  viele  gering  befähigte  Adelige.  —  Die
ganze  Existenz  des  stehenden  Heeres  hängt  übrigens  von  den  alljährlichen ­
  Beschlüssen  des  Parlaments  ab;  nur  immer  auf  ein  Jahr  erfolgt
die  Genehmigung  der  sog.  Mutiny-Bill.  —  Organisation:
A.  Infanterie:  3  Keg.  Grenadiergarde'Grenadicr-Guards,  Coldsteam,
  Scots  Fusileers,  zusammen  ange  bl.  1  3,000  M.)  ;  1  00  Linienregimenter ­
  V.  1000—1400;  die  meisten  blos  von  einem  Bataillon.  Die
ersten  25  sind  sog.  Doppelregimenter,  neml.  mit  doppelter  Zahl;  ferner
hat  das  üO.  Regiment  (Büchsenschützen)  4  Bataill.  und  zählt  fast  5000  M.
            
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