Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

TÜRKEI.  —  Schutzstaaten.

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Wir  fassen  beide  Budgets  zusammen.
Einnahmen:  I.  Directe  Steuern  47*830,339  Piaster  (dav.:  Grund-11*152,680,
Personal-  23*761,404,  Gewerb-  4*594,143,  Wegsteuer  —  statt  der  frühem  Kopfsteuer, ­
  familienweise  erhoben  —  8*322,112.)  —  II.  Indirecte  Abgaben  30*409,  <56
(darunter:  Zoll  14*580,999,  Salz  8*654,100,  von  Spirituosen,  nur  in  der  Moldau
849,425,  Stempel  800,000  ,  Telegraphen  1*700,000,  Post  476,767,  Abgabe  von
Gütererwerbungen  durch  die  todte  Hand,  blos  in  der  Walachei,  2  Mill.)  —
III  Domänen  22*815,926  darunter  :  Einnahme  von  205  durch  den  Staat  verwalteten ­
  Klöstern  mit  19*650,460).  —  Verschiedenes  16*966,324.
Von  den  Ausgaben  bemerken  wir  :  Walachei  Moldau  Zusammen
Staatsschuld  .  .  •  8*023,916  2*118,750  10*142,666
Civilliste  1*134,000  945,000  2*079,000
Cultus  und  Unterricht  14*013,328  7*112,856  21*126,184
Militär  .  .  17*000,000  11*913,209  28*913,209
Bei  »Schuld«  ist  der  Tribut  an  die  Pforte  einbegriffen,  für  die  Walachei
1*525,000,  für  die  Moldau  918,750.  —  Von  der  Militärausgabe  kommen  6*507,086
Piaster  auf  Miliz  und  Gendarmerie.
Schulden.  Dieselben  waren  1853  in  beiden  Staaten  nahezu  getilgt.  Dagegen
hatte  die  Moldau  schon  1856  wieder  9*/*,  die  Walachei  Ende  1857  mindestens
14  Mill.  Piast.  Schulden,  ungerechnet  6  Mill,  für  den  Loskauf  der  Leibeigenen
in  der  Moldau.  'Nach  einer  andern  Angabe  hätte  die  österr.  Occupation  der
Donaufürstenthümer  während  des  Orientkriegs  die  Moldau  zur  Aufnahme  von
7,  die  Walachei  zu  solcher  von  22  Mill,  in  Anlehen  gezwungen,  ungerechnet  die
unmittelbaren  leasten  der  Einwohner.)  Im  Mai  1860  ward  für  den  vereinigten
Staat  ein  Anlehen  von  60  Mill.  Fres,  aufgenommen,  unter  Verpfändung  der
Salz-  und  Zollerträgnisse,  sowie  der  Klostergüter.  Bei  Vorlage  des  Budgets  für
1865  erklärte  die  Regierung,  die  Staatsschuld  habe  am  1.  Januar  1864  nur
28*162,584  Piaster  betragen.  Indess  habe  der  Staat  während  des  Jahres  1864
mehr  als  52  Mill,  aufgenommen,  davon  48  Mill,  bei  der  ottoman.  Bank  und
Stern  Brothers  in  London  (7procentige  ;  es  mussten  aber  916,000  Pfd.  Sterl.  =
61*372,000  Piaster  verschrieben  werden,  um  718,548  =  48*142,676  Piaster
zugesichert  zu  erhalten).  Hievon  waren  38  Mill,  zur  Entschädigung  der  säeularisirten
  Klöster  u.  10  Mill,  für  die  Bedürfnisse  des  Heeres  bestimmt.  Da  indess ­
  die  Klosterfrage  noch  nicht  entschieden  war,  so  wurden  nur  ungef.  20  Mill,
vorläufig  auf  Abrechnung  bezahlt,  die  übrigen  18  Mill,  dagegen  —  gleichfalls
zur  Deckung  des  Ausfalls  im  gewöhnl.  Staatshaushalte  verwendet.  —  Die  Gesammtschula
  beläuft  sich  sonach  auf  etwa  94  Mill.  Piast.  (Im  Februar  1865  hat
die  Kammer  die  Aufnahme  eines  neuen  Anlehens  von  150  Mill.  türk.  Piaster
zur  Entschädigung  der  griech.  Klöster  bewilligt.  Russland  soll  noch  7*523,000
Lee  Entschädigung  fordern  als  Auslagen  für  die  1853  und  54  nicht  gerufenen
russ.  Truppen.)
Militär,  a)  reguläres  15,500  M.  in  7  Regim.  Linien-Infant.,  1  Bat.  Jäger,
2  Reg.  Cavall.,  1  Reg.  Artill.,  1  Bat.  Genie,  1  Bat.  Pompiers;  —  b)  Volkswehr
und  ürenzwächter  etwa  20,000.
Handel,  1862,  Ausf.  3o7‘/,,  Einf.  175Mill.  Plast.  —  Zahl  der  in  den  Häfen
eingelaufenen  Fahrzeuge  10,862  von  1*612,232  Tonnen.
Münze.  67  Moldau-Walachische  Piaster  =  1  ./*;  13  Piaster  20  Para  =
1  Fünffrankenthaler.  10  Piaster  20  Para  =  1  Silberrubel.  Der  Piaster  also
etwa  38  Cent,  oder  3  Sgr.  1861  ward  eine  neue  I^andesmünze  geschaffen,  »Romanac«,
  genau  dem  franz.  Franc  gleich,  mit  der  Unterabtheilung  in  100  Sutim.
B.  Serbien  ,Fürstenthum),
der  Pforte  tributpflichtig,  mit  unabhängiger  Verwaltung  und  Volksvertretung ­
  (Skuptschina),  etwa  1000  Q.-M.  gross,  1861  mit  1*098,281
Einw.,  worunter  955,000  Serben,  120,000Rumänen,  20,000  Zigeuner,
1800  spanische  Juden,  höchstens  2000  Deutsche.  Stadt  Belgard  1  1,600.
Finanzen.  Im  Rechnung^'ahre  (1,  Nov  beginnend)  18'%,  3  Mill.  Gulden.
(Unter  den  Einnahmen  eine  ICopfsteuer  von  lü  fl.  für  die  Familie,  dann  Zigeunersteuer ­
  ;  unter  den  Ausgaben:  frühere  fürstl.  Civilliste  171,428  fl.,  Militär
[1856]  344,000;  1859  soll  die  Cmlliste  auf  400,000  fl.  gebracht  worden  sein.)
            
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