Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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VEREINIGTE  STAATEN.  —  Land  und  Leute.

Confessionen.  Es  fehlen  verlässige  Notizen.  Auffallend  ist  die  geringe ­
  Zahl  der  Katholiken,  1S5Ü  (nach  M.  Wagner)  nur  1’233,350,
—  1860  dagegen  angebl.  ungef,  3  Mill.  Es  ist  jedoch  selbst  die  letzte
Summe  nicht  die  Hälfte  derjenigen  Zahl,  welche  man,  nach  der  irländischen ­
  und  einem  Theile  der  deutschen  Immigration,  erwarten  sollte.
Viele  Katholiken  treten  in  der  Union  zu  einer  protestantischen,  viele  zu
gar  keiner  Kirchgenossenschaft.  —  Mormonen  sollen  sich  63,700  in
der  Union  befinden,  wovon  38,000  in  Utah,  5000  in  New-York,  4000
in  Californien  im  britischen  Canada  auch  5000).
Nationalitäten.  Eine  genaue  Ausscheidung  der  verschiedenen  Zweige
des  kaukasischen  Stammes  ist  unmöglich.  Die  Zahl  der  Deutschen
möchte  allerdings,  wenn  man  die  Nachkommen  der  Eingewanderten  einrechnet, ­
  5  Mill,  erreichen  ;  allein  diese  Nachkommen  haben  in  grösster
Anzahl  aufgehört,  Deutsche  zu  sein.  Nach  dem  Census  von  1860  waren
von  den  Einwohnern  1’301,136  in  Deutschland  geboren,*)  431,692  in
England,  108,518  in  Schottland,  1'611,304  in  Irland,  109,870  in
Frankreich,  573,655  in  andern  Ländern,  zus.  4'  136,175  total  im  Auslande ­
  Gehörne.  —  Die  Zahl  der  Juden  wird  (von  M.  Wagner)  auf
120,000  geschätzt.  Indianer  gab  es  nach  dem  Census  von  1850
388,299  (in  51  oder  52  Stämmen),  nach  dem  von  1860  nur  noch  294,431.
—  Die  Negerbevölkerung  betrug,  mit  Einrechnung  von  487,970  freien
Schwarzen,  4’441,730.  %  der  Farbigen  wird  als  Mulatten  aufgeführt.
—  In  Californien  gab  es  33,348  Chinesen.
Einwanderungen.**)  Im  ersten  Jahrzehnt  der  Unabhängigkeit  betrug
die  Einwanderung  jährlich  nur  etwa  4000  Individuen;  1794  (franz.  Revolution) ­
  ungef.  6000;  1817  (Hungersnoth  in  Europa)  22,240  (was  für
unerhört  galt).  Seit  1819  werden  Einwanderungsregister  geführt.  Im
Ganzen  kamen  (nach  Bromwell):

1819—29  fast  130,000
1829—39  über  538,000
1839—49  -  1’427,000
1849—55  incl  2’118,000
Zus.  in  30  J.  4’212,024

Davon  waren  :
Briten  und  Irländer ­
  .  .  2’343,445
Deutsche  .  .  1*242,082
Franzosen  .  188,725
Schweizer  .  31,071

Norweger  u.  Schw  .29,441
Chinesen  in  Californien ­
  .  .  10,714
Mexicaner  .  .  15,909
Italiener  .  .  .  7,185
Russen  .  .  .  938

Von  1855  —  00  einschliessl.  wunderten  849,790  Personen  ein,  ungerechnet
die  über  Canada  gekommenen;  1801  sodann  05,529,  1802  70,300,  1803  trotz

*)  Das  Procentverhältniss  der  Deutschen  zur  Gesammtbevölkerung  ist  in
den  einzelnen  Staaten  folgendes;  Wisconsin  15,97  Proc.,  Indiana  14,94,  Minnesota ­
  10,59,  Illinois  7,05,  Missouri  7,50,  Ohio  7,19,  California  7,10,  New)ork
6,61,  Marjdand  6,39,  Iowa  5,71,  Michigan  5,18,  New-Jersey  5,03,  Pennsylvania
4,74,  District  Columbia  4,3.1,  Kansas  4,03,  I.ouisiana  3,48,  Texas  3,40,  Kentucky ­
  2,36,  Oregon  2,06,  die  Territorien  1,86,  Connecticut  1,85,  Delaware  1,13,
Massaschusetts  0,81,  \irginia  0,66,  Rhode  Island  0,47,  South  Carolina  0,38,
Tennessee  0,35,  Florida  0,34,  Alabama  0,27,  Arcansas  0,26,  Mississippi  0,25,
Georgia  0,23,  New-Hampshire  0,13,  North-Carolina  0,8,  Vermont  0,7,  Maine
0,6.  Die  totale  fremdgeborene  Bevölkerung  der  Union  war  4*130,175  oder  13,15
Proc.  der  gesammten  Bevölkerung.  Engländer  bildeten  1,37  Proc.,  Irländer
5,12,  Deutsche  4,14.
**)  Hauptquellen:  die  Schrift  des  Unionsbeamten  William  J.  Bromwell: ­
  History  of  the  Immigration  io  the  United  States,  New-York  1856,  —  sodann ­
  ein  (uns  übrigens  nur  im  Auszuge  bekannter)  Bericht  des  Staatssecretärs
der  Verein.  Staaten  über  die  Einwanderungen  in  den  14  Jahren  1844—57.
            
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