Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

MEXICO. 
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in demselben Curse, somit angenommen für 66 Mill. Fres., auf Ab 
rechnung. 
Durch kaiserl. Decrete vom 10. und 11. April 1864 aus Miramar 
wurde die Einsetzung einer Finanzcommission und Anlegung eines 
Grossen Buches der Staatsschuld angeordnet, ln das Letzte sollten einzu 
tragen sein: 1) die 3proc. engl. Bonds von 1851 mit 10 241,6o0 A-j 
2) eine jährl. Rente von 480,000 JC oder 12’096,000 Fres, für das neue 
Anlehen von 8 Mill. JG; 3) eine Rente von 6,6 Mill. Fres, oder 261,905 £ 
für die an Frankreich überlassene (obige) Summe von 66 (resp. 105) 
Mill. Fres. ; 4) eine Rente von 153,625 £, als Zins der consolidirten 
(bisher nicht bezahlten) Zinsen für das engl. Anlehen von 1851. — Dies 
ergibt zusammen 27 561,975 £ Capitalschuld mit 1'202,780 £ Jahres— 
zins. — Ausser der in Schuldscheinen abgetragenen Summe hat sich 
aber der neue Kaiser von Mexico Frankreich gegenüber weiter zur Zah 
lung von 210 Mill. Fres, in Annuitäten von je 25 Mill, verpflichtet, wo 
mit die Kosten der franz. Expedition bis zum 1. Juli 1864 ausgeglichen 
wurden. Dies ergibt eine Gesamratschuld von etwa 900 Mill. Fres. Ca 
pital und etwa 40 Mill. Fres. Zins, ungerechnet die besonderen Ent 
schädigungsansprüche von Privaten (die berüchtigte Jecker sehe b or— 
derung). Daneben hat Mexico vom 1. Juli 1864 an für den Unterhalt etc. 
der franz. Hülfstruppen zu sorgen. (Der Staatsbedarf soll 18 /g, etwa 
40 Mill. Piaster betragen, die ordentl. Einnahme nur 11 — 13 I) 
Jft7iíâr. Dasselbe war früher formationsmässig zu 91,299 M. be 
stimmt. wovon 26,353 stehend. Nach dem Vertrage mit Frankreich 
vom April 1864 sollten vorerst 25,000 Mann franz. Truppen im Lande 
bleiben, wofür Mexico pr. Jahr und Mann 1000 Fres, zu vergüten habe. 
Diese Truppen würden allmählig zurückgezogen. Nach der Räumung 
bleibt die im franz. Dienst stehende Fremdenlegion (etwa 6000 Mann) 
noch 6 Jahre im Lande. — Seitdem haben Werbungen für den me.^. 
Dienst in Oesterreich und in Belgien stattgefunden. Man hofft 4urch 
dieselben 8—9000 M. zu erhalten. Unter den festen Puncten ist Vera 
Cruz oder vielmehr das Fort von San Juan d’Ulloa am bedeutendsten. — 
Die ganze Marine besteht nur noch aus 9 kleinen Fahrzeugen, zus. 
mit 35 Kanonen (nach Andern nur aus 3 Schiffen). 
Nach einer kaiserl. Verordnung vom Jan. 1865 soll das Heer fol- 
gendermassen formirt werden : 
(Gendarmerie: 1 I.egion, 1945 Mann. 
Infanterie : 12 Linien- und 2 Jägerbataill. zu 8 Comp., à 84 M. Friedens 
und 134 Kriegsstärke. i, , -j- i n 
Cavallerie: G Regim. zu 4 Escadr., à 120 resp. IGO M. ; 12 Präsidial-Cav.- 
Comp. (für Sicherung der Nordgrenze gegen die Indianer zu 100 M. 
Artillerie'. 1 Bataill. Fussart. mit G Batterien von 72 resp. 120 M.; 1 Keg. 
mit 4 berittenen und 4 Gebirgsbatterien. . 
Zusammen 18 Generale, 114G Offic., 22,374 M. im Friedens- resp. 30,044 
im Kriegsstande: — G04G Pferde, 1000 Maulthiere etc. 
Freni'ie Truppen: etwa 7000 (lesterreicher, 1500 Belgier (sämmtl. geworben) 
und die franz. Fremdlegion von etwa 6000 M. 
Sociales. Das Eigenthum des angebauten Bodens befindet sich in 
den Händen der überhaupt herrschenden Weissen. Der Klerus besass 
übermässigeReichthümer. Man schätzte dieselben auf 400 Mill. Piaster.
	        
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