Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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VENEZUELA.  -  ECUADOR.  -  PERU.

»Die  Regierung,  in  Betracht,  dass  ihre  gegenwärtigen  Bedürfnisse  die  Verwendung ­
  aller  ihrer  natürlichen  Ilülfsmittel  erfordern,  da  sie  kein  Anlehen  machen ­
  will,  welches  den  Handelsstand  drücken  würde,  der  ohnehin  schon  so  viele
Opfer  bringt,  noch  andere  schmerzliche,  mit  dem  allgemeinen  AVohle  nicht  verträgliche ­
  Massregeln  nehmen  mag,  hat  befohlen,  dass  alle  Zahlungen  für  Contracte ­
  und  Creditoperationen  aller  Art  fürs  erste  suspendirt  werden  sollen.«
Handel  18*%g  ;  Einfuhr  7,  Ausfuhr  8,3  Mill.  Pesos.
Münze,  Maasse.  Pesos,  zu  1  Thlr.  2%  Sgr.  Im  auswärtigen  Handel  wird
nach  spanischen  Piastern  gerechnet.  Maasse:  die  spanischen.

FiCiiador  (Republik).
Der  Umfang  dieses  (Quito,  Guayaquil  und  Assuay  in  sich  begreifenden) ­
  Staates  wird  auf  13,500  Q.-Meil.,  die  Bevölkerung  auf  1  Mill.
Menschen  geschätzt,  worunter  etwas  über  die  Hälfte  Nachkommen  von
Europäern,  die  übrigen  meist  Indianer  (Stadt  Quito  70,000  Einw.).
—  Einkünfte  1  ,  Schuld  über  19  Mill.  Piaster.  Einfuhr  2'/%  Mill.,
Ausfuhr  2*/¡,  Mill.  Stehende  Truppen  und  Kriegsflotte  gibt  es  nicht.
(1850  ward  das  franz.  Münz-  und  Gewichtssystem  angenommen.)

Peru  (Republik).
Areal  gegen  24,000  Q.-M.,  Bevölk.  etwa  2*4  Mill.,  ungerechnet
die  Indianer  (geschätzt  auf  y.  Mill.).
Finanzen,  1801  :  Einn.  21’245,832  ^  (darunter  10*921,751  für  Guano,*)
3*251,755  aus  Zöllen);  Ausg.  21*440,400  (davon  5%  Mill,  für  die  Schuld  und
10*/j*  für  Heer  und  Flotte.  —  Früher  wurden  alle  Staatshedürfnisse  mit  0  Mill.
Piaster  bestritten  :  jetzt  reichen  20*  nicht  aus.  —  Sclnddenstand  am  1.  Jan.  1804  :
28*702,700  ^  auswärtige,  5*525,545  innere,  zus.  34*288,245.  Dabei  schuldet  aber
die  Regierung  gewöhnlich  bedeutende  Summen  (1859  etwa  10  Mill.)  an  Vorschüssen ­
  auf  Guano.  (Ein  Anlehen  von  10  Mill.  ^  ward  im  Dec.  1800  in  England ­
  nicht  untergebracht.)  —  Nach  Vertrag  mit  Spanien  vom  27.  Jan.  1805
muss  Peru  an  dieses  13  Mill.  Pesos  fuertes  Kriegskosten  an  dieses  entrichten
und  sonstige  Entschädigung  leisten,  erhält  dagegen  die  von  den  Spaniern  weggenommenen ­
  Chincha-lnseln  zurück.  Man  hat  Papiergeld  (Vales)  ausgegeben.
Die  Verschleuderung  wird  als  sehr  gross  geschildert.
Truppen  11,000  Mann,  ungerechnet  4000  Gendarmen.  —  Marine  18  kleine
Schiffe  mit  90  Kan.,  ausserdem  ein  Monitor.

*)  Die  Guanolager  auf  den  Chincha-lnseln  bilden  somit  für  jetzt  den
Hauptreichthum  des  Staates.  Man  berechnet,  dass  dieselben  mindestens  4  Mill.
Tonnen  umfassen,  im  Geldwerthe  von  etwa  230  Mill.  (Andere  schätzen  000
Mill.  ^.)  Die  Mächtigkeit  der  I.ager  steigt  auf  30  Meter.  (A.  v.  Humboldt
nahm  an,  dass  der  Koth  der  Vögel  in  300  Jahren  erst  eine  Erhöhung  von  einem
Centimeter  habe  herbeiführen  können.  Diese  Berechnung  ward  mehrfach,
namentlich  von  Rigero,  geprüft  und  richtig  befunden.  Darnach  hätte  es  also
900,000  Jahre  bedurft,  bis  die  jetzige  Höhe  erreicht  werden  konnte.  Wir  legen
derartigen  Berechnungen  keinen  besonderen  Werth  bei,  doch  mag  es  als  Curiosum
  erwähnt  werden,  dass  die  gewöhnliche  Rechnung  vom  Bestehen  der
Welt  erst  seit  5  —  0000  Jahren  —  sogar  durch  das  Guanolager  ziemlich  unzweifelhaft ­
  umgestossen  wird.)
            
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