Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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ASIEN.

Asien.
China.  Der  Umfang  des  Uauptlandes  beträgt  etwa  70,000  geogr.
Q.-M.  (nach  Barrow  nur  00,072,  nach  Mac  Culloch  dagegen  76,815);
der  der  Schut/iländer  150—180,000.  Während  die  Schutzländer  äusserst
gering  bevölkert  sind  (zusammen  wol  nur  von  wenigen  Mill.  Menschen
bewohnt)  ,  umfasst  das  Hauptland  eine  Volksmenge  wie  kein  anderer
Staat  der  Erde.  Eine  sog.  »Zählung«  soll  im  J.  1852  die  ungeheuere
Summe  von  53()’009,300  Einwohnern  ergeben  haben,  somit  fast  die
doppelte  Zahl  der  Bevölkerung  aller  Staaten  Europas  zusammen  genommen. ­
  Wol  mag  dabei  die  bekannte  orientalische  Uebertreibung  mitgewirkt ­
  haben,  was  sich  um  so  mehr  annehmen  lässt,  als  die  angebliche
Zählung  vom  J.  1812  doch  nur  die  Ziffer  von  300’279,5U7  aufweist.
Indess  lässt  sich  eine  Bevölkerung  von  100,  höchstens  150  Mill,  allerdings ­
  annehmen.  —  Die  Staatseinkünfte  sollen  im  J.  1811  lOUSül,!  10
Taels  (der  Tacl  etwas  über  2  i)reuss.  Th  Ir.)  betragen  haben.  —  Die
Stärke  des  Heeres  wird  auf  200,000  tartarischc  und  000,000  chines.
Soldaten  geschätzt;  cs  ist  eine  Art  Miliz.  —  Im  Ausfuhrhandel
nimmt  der  Thec  die  erste  Stelle  ein.  Der  Export  ward  18auf
HO’067,000,  18«%,  aber  auf  Mi)’05G,9  15  Pfund  berechnet.  Die  Ausfuhr ­
  von  roher  Seide  stieg  in  der  nemlichen  Zeit  von  01,542  auf  75,910
Ballen  (18®%,  sogar  auf  81,250).
Japan.  Der  Umfang  dieses  Inselreichs  wird  auf  etwa  7000  Q.-M.,
I  seine  Einwohnerzahl  auf  ungef.  25—30  Mill,  geschätzt  (die  Angaben
schwanken  zwischen  10  und  10  Mill.)  —  Die  Einkünfte  der  japanes.
Regierung  dürften  sich  höchstens  auf  10  —  12  Mill.  Taels  belaufen.
AVeit  grösser  sind  (zusammen  gerechnet)  die  der  vielen  halbsouveräncn
Dynasten.  Japan  wird  nemlich  von  einer  Feudalaristokratie  beherrscht.
—  Die  Truppenmacht  des  Taikun  (weltlichen  Kaisers)  wird  auf  etwa
80,000  M.  geschätzt,  während  die  Daïmios  (Lehnsfürsten)  zusammen
über  eine  viel  grössere  Anzahl  verfügen.  —  Der  Werth  der  Ausfuhr
ward  1803  zu  5,  jener  der  Einfuhr  zu  1  %  Mill.  Doll,  angegeben,  allein
diese,  wenn  auch  auf  quasi-officiellc  Angaben  sieb  stützende  Berechnung
ist  jedenfalls  zu  niedrig,  indem  der  Betrag  der  Rohseidcausfuhr  allein
8  Mill  Doll,  überstiegen  haben  dürfte.
Persien.  Auf  beiläufig  20,000  Q.-M.  leben  höchstens  10—12  Mill.
Menschen.  Die  Einkünfte  werden  auf  3  Mill.  Toman  (wenig  über  3  Mill,
preuss.  Ihlr.)  geschätzt.  Es  gibt  eine  von  europ.  Officieren  organisirte
Armee,  angebl.  gegen  00,000  M.  betragend,  doch  bestehen  die  liauptstreitkräfte
  aus  Irregulären,  mindestens  200,000  M.  Die  Schätzung  des
Werthes  der  Ein-  und  Ausfuhr  zu  je  21  Mill.  Thlr.  ist  rein  willkürlich.
Von  den  andern  Ländern  Asiens,  soweit  sic  nicht  europäische  Besitzungen ­
  sind  (s.  Ostindien  bei  Grossbrit.,  asiat.  Russland  und  asiat.
Türkei  bei  Russland  und  lürkei,  dann  die  ind.  Inseln  bei  Nicderl.  etc.)
kann  höchstens  die  Arealgrösse  einigermassen  berechnet  werden.  Ueber
Bevölkerung,  Kriegsmacht  und  Handel  Hessen  sich  nur  völlig  haltlose
Schätzungen  aufstellen,  ohne  allen  praktischen  Werth.
            
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