Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

34  GROSSBIUTANIEN.  —  Sociale,  Gewerbs-  und  Handelsverhältnisse.

Eine  Vergleichung  der  Listen  aus  den  Jahren  1812  und  1847  ergab
nachbemerkte  Zunahme  der  Zahl  der  Steuerpflichtigen  nach  SchedulaD,
von  Industrie  und  Handel  :

von  150—500
500—1000
1000—2000
2000—5000
5000  und  darüber

Zunahme  19(1%
148
148
118
189

Die  Bevölkerung  war  im  Allgemeinen  um  etwa  (10%  gestiegen,  —
der  Wohlstand  also  3  mal  stärker  als  die  Bevölkerung  gewachsen.
Später  gestaltete  sich  das  Verhältniss  weniger  günstig  :

Einkommen
zwischen  50  u.  100
—  100  —  150  —
150  -  500  -  Zunahme
500  -  1,000  -
1,000  -  2,000  -
-  2,000  —  5,000  -  -
5,000  -  10,000  -
10,000  -  50,000  -
über  50,000  -

von  18*%,  von  18»%,
bis  18»%,  bis  18»%,
Zunahme  100,06  Proc,
Abnahme  16,32  -
7  Proc.  Zunahme  5,63  -
9,56  -  -  5,60  -
16.43  -  -  2,45  -
25,11  -  -  3,26  -
31.44  -  -  0,62  -
42.44  -  -  10,11  -
142,10  -  -  17,39  -

Die  grossen  Einkommen  sind  unverhältnissmässig  gestiegen.  In
den  niedrigsten  Steucrclassen  hatte  ein  Rückschlag  stattgehabt.  Die
(oben  mitgetheilte)  neuere  Liste  deutet  eine  Besserung  an.

Volksbildung.  Das  Schulwesen  ist  schlecht;  doch  geschieht  nun
mehr  als  früher  für  dasselbe.  Die  Staatsausgabe  für  Volksschulen  ist
für  18®Vg5  auf  nur  705,404  ü  festgesetzt.  Die  Zahl  der  unter  Inspection
der  Behörden  stehenden  Volksschulen  in  Grossbritanien  (ohne  Irland)
betrug  1803  7730  mit  1’008,025  Kindern  (1854  erst  3825  Anstalten
mit  461,445  K.).  —  Der  Census  von  1861  ergab  für  England  r  4’449,242
Kinder  im  Alter  von  5—15  J.;  davon  erhalten  überhaupt  2  616,731
Unterricht;  638,274  sind  »auf  andere  Weise  beschäftigt«  (!),  ri04,247
sind  zu  Hause  ohne  Schulunterricht.  —  Der  Cengus  von  Schottland
führt  467,056  Schüler  auf.  Bei  Absclfliss  des  Heirathsactes  konnten
im  J.  1841  10,8  Proc.  der  Neuvermählten  ihren  Namen  nicht  unterschreiben; ­
  1858  war  die  Zahl  auf  32,3  und  1850  auf  32,2  Proc.  herabgegangen. ­
  Im  letztbezeichneten  Jahre  stellte  sich  das  Verhältniss  so  :
bei  den  Bräutigamen  26,7,  bei  den  Bräuten  37,6  Proc.  Bei  den  Männern ­
  war  es  am  günstigsten  im  Bezirke  London,  wo  80,4  Proc.  unterschreiben ­
  konnten,  dann  in  Westmoreland  86,7  ;  am  ungünstigsten  in
den  Grafschaften  Monmouth  55,6  und  Hertford  56,4.  Von  den  Bräuten
wussten  am  meisten  zu  schreiben  die  aus  Surrey  81,2,  und  die  aus
London  80,0  ;  am  wenigsten  die  von  South-Wales  40,5,  von  North-Wales
  44,4,  und  Lancashire  45,'0  Proc.
Ein  Zeichen  steigender  Volksbildung  ist  die  Zunahme  des  Papierverbrauchs. ­
  Die  Accise  wurde  entrichtet  für  folgende  Pfundzahl:
1800  1842  1855  1858  1859  I860
29’266,000  96’693,000  155’657,843  176’29S,997  197’684,847  2O7’821,013
Dies  ergibt  einen  Papierverbrauch  von  2,28  Pfd.  pr.  Kopf  im  J.
1800,  einen  solchen  von  6,1  Pfd.  1858  und  von  7,2  1860.  Der  wirk-
            
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