Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

FRANKREICH  —  Finanzen  (Schuldgeschichte).

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Gesammtbetrag  der  Staatsschuld:  Capital
Consolidirte  Schuld  (Jan.  1663)  12,060  Mill.
Schwebende  Schuld  1,000  -
Aeltere  Specialanlehen  (Annuitäten)  gleich  einem  Capitale  von  17
Obligations  trentenaires  (nicht  convertirte)  35  -
Leibrenten,  Pensionen,  gleich  einem  Capitale  von  ....  TOO

,  Zusammen  13,696  Mill.
Hie  Anleihe  von  1604,  nominell  475’!  13,100  Fr.,  ist  nicht  eingerechnet.

Zur  Schnldgeschichte.  Eine  Besprechung  der  franz.  Staatsschuld-Geschichte
  führt  auf  Law’s  Zeiten  zurück.  Am  24.  Fehr.  1720  ward
bei  Strafe  von  20,000  Liv.  Jedermann  verboten,  mehr  als  500  Liv.  in
baarem  Gelde  aufzubew  ahren  ;  alles  übrige  Geld  musste  in  Papier  (Law  -
sche  Scheine)  umgewechselt  werden.  Im  März  erging  sogar  das  unbedingte ­
  Verbot,  »  gemünztes  Gold  oder  Silber  zu  besitzen  oder  auszugeben.« ­
  Das  \  olk  besass  schliesslich  6  Milliarden  in  Papiergeld,  als
der  Staatsbankerut  erfolgte.  Darauf  machte  man  neue  Schulden.  —  In
der  Revolutionszeit  hörte  jede  Verzinsung  auf.  Von  1790  —  95  wurden
(anfangs  blos  für  100  Mill.)  für  43,5/8  Millionen  —  Assignaten  ausgegeben ­
  ,  von  denen  verhältnissmässig  nur  kleine  Beträge  (doch  einige
Milliarden)  eingelöst  wurden.  Der  Curs  begann  schon  1792  zu  sinken;
1795  war  er  gegen  Silbergeld  auf  18  Proc.  herabgegangen.  Wer  die
Assignaten  nicht  annehmen  wollte  war  durch  die  Guillotine  bedroht.
Der  Handel  stockte  und  die  Preise  stiegen  ins  Masslose.  Da  decretirte
man  ein  Maximum;  vergeblich.  Endlich  wurden  die  Assignaten  ausser
Curs  gesetzt,  indem  man  sie  1796  gegen  »Mandate«  einlöste,  im  Verhältnisse ­
  von  30  zu  1  Fr,  Solcher  Mandate  gab  es  für  1800  Millionen.
Auch  sie  wurden  bald  werthlos.  —  Unterdessen  verkaufte  man  von  1790
—  1801  für  2609  Millionen  »Nationalgüter«;  noch  blieben  deren  für  700
Millionen  übrig.  Die  erzielten  Erlöse  standen  ausser  allem  Verhältniss
zum  Werthe.  Das  Geld  ward,  wie  es  einging,  verbraucht.  —  1798  erfolgte ­
  eine  Liquidirung  der  alten  Schuld.  Sie  betrug,  nach  Beseitigung
aller  Ansprüche  von  Emigranten,  2800  Mill.,  und  ward  auf  %  herabgesetzt ­
  {le  tiers  consolidé).  Der  Staat  gab  dafür  Inscriptionen  in  »  das
grosse  Buch«  in  5procentigen  Renten,  anfangs  46’302,000  Fr.  solcher
Renten,  ein  Capital  von  926’040,000  Fr.  repräsentirend.  1799
ging  die  o  Rente  im  Curse  bis  auf  7  Fr.  herab  !  —  Beim  Sturze  Napoleon’s ­
  betrug  die  consolidirte  Schuld  727’603,000  Fr.  Ausser  den
sonst  unvermeidlichen  Opfern,  belastete  der  zweite  Pariser  Friede  den
btaat  mit  einer  Kriegscontribution  von  700  Millionen  an  die  Alliirten.
e  er  les  erhoben  sich  fast  überallher  civilrechtliche  Entschädi-*
  i.  man  1818  durch  neue  Inscription  von  16  040,000
\  X  A  600,000  Fr.  Capital)  beseitigte.  Der  Unterhalt,  der  verbündeten
  Heere  kostete  die  Staatscasse  4  19  Mill.  Damit  stieg  die  Schuld
au  0  J,867  Fr.  Ueberdies  bezahlte  die  Staatscasse  Privatschulden ­
  des  Königs  im  Auslande  mit  1%  Mill.  Renten,  also  30  Mill.  Capital. ­
  Hinwieder  machte  der  König  im  Jahre  1821  dem  österr.  Staat,
um  diesem  die  Mittel  zur  Expedition  gegen  Neapel  zu  verschaffen,  ein

Opposition.  Insbesondere  enthüllte  der
(siehe  unten  Rubrik  FHsenbahnen).

Abg.  Ollivier  eine  Reihe  Schwindeleien
            
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