Full text: Währung und Handel

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Verhältnissen ist, als unter der Herrschaft der Metallvaluta 
der Fall wäre. Bort, wo beispielsweise wie in Oesterreich die 
Notencircnlation an eine hestiinmte gesetzliche IVlaxinialgrenze 
und des Escomptes. Im nächsten .Jahre 18G8 dagegen verbessert siel, der 
Geldwert!, trotzdem der Notenumlauf weiter gestiegen ist ; es dürfte eben in 
diesem .Jahre die ßteigernng des Verkehrs noch grösser gewesen sein, als 
die Zittern über den Aussenhandel und Escompte andeuten. A\ enn man die in 
die.sem Jahre im gsossen Umfange beginnende Eisenbahn-lianthätigkeit bedenkt, 
so erscheint dies vollauf erklärlich. Der Cours der Staatspapiere aber steigt 
in kaum nennenswerthem Masse, keinesfalls entspricht diese Steigerung der des 
Geld wert hes. Hier muss jedoch bemerkt werden, dass dieses Stationarbleiben 
der Staatspapiercourse wohl zumeist darin begründet sein mag, dass in diesem 
Jahre die Zinsenreduction der österreichischen Staatspapiere discutirt wurde 
und sich des Capitals in Folge dessen weitgehende Besorgnisse bemächtigten. 
In den folgenden B Jahren ruft die fernere bedeutende Vermehrung der Circu-. 
lationsmittel trotz gleichzeitigen Wachsthums des Verkehrs eine abermalige Ver 
schlechterung des Geldwerthes hervor. Im Jahre 1872 bleibt der Geldumlaut sta lo- 
när die Verkehrsbedürfiiisse steigern sich, das Üisagio sinkt demnach mit rapiden 
Sprüngen. Die Steigerung des Verkehrs ist auf der Tabelle, insbesondere 
¡111 auswärtigen Handel nicht ersichtlich, letzteres schon aus dem Grunde nicht, 
weil die Wertliangaben der otticiellen Handelslisten die inzwischen eingetie- 
tene Veränderung aller Waareiipreise nicht brachten. Wer aber die Geschichte 
des Schwindeljahres 1872 kennt, für den bedarf es keines Beweises, dass in 
diesem Jahre die Verkehrsbedürfnisse ganz ausserordentliche waren. Das Jahr 
1873 zeigt einen ferneren Rückgang des Disagios ungeachtet abermaliger, wenn 
auch geringfügiger Steigeruttg des Notenumlaufes, und trotzdem eine Steigerung 
des Verkehrs für dieses Jahr unbeschadet der erhöhten Ziffer des Escompte- 
Portefeuilles nicht anzunehmen ist, wohl aus dem Grunde, weil damals bereits 
die Krisis ausgebrocheii und folglich die Function des Crédités gelähmt war, 
demnach ein relativ grösseres Bedürfniss nach Circulâtionsmittelii herrschte. 
Tm .Jahre 1874 endlich ruft die gleichbleibende Wirksamkeit des letzten Um 
standes , verbunden mit einer ausgiebigen Ermässigung des Umlaufes trotz 
gleichzeitigen Rückgangs des Verkehrs eine abermalige Verbesserung des Geld 
werthes hervor. Die Rentencourse laufen mit der Werthbewegung der Fapiei- 
geldzeichen in dieser letzten Epoche ziemlich parallel. 
Es zeigt aber diese Tabelle auch, dass der Geldbedarf in Oesterreich 
während des letzten Vierteljahrhunderts sehr bedeutend gestiegen und gegen 
wärtig mindestens dreifach so gross ist, als zu Beginn der Epoche. Damals 
konnten rund 223 Millionen Banknoten, Hand in Hand gehend mit einer höchst 
geringfügigen Circulation veizinslicheu Staatspapiergeldes, sieh nur mit einem 
Disagio im Verkehre erhalten, welches höher war als das Disagio der dreifach 
vergrösserten Zettelmenge der letzten Jahre. Es ist eben auch der Verkehr m 
diesem Vierteljahrhundert ganz ausserordentlich gestiegen u. zw. aller Wahr 
scheinlichkeit nach noch bedeutender als der Notenumlauf. Der Aussenhande 
hat sieh mehr als verdreifacht, der Escompte der Natioualbank vervierfacht.
	        
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