Full text : Währung und Handel

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grösserer  Unterschied  des  Reichtlinins  besteht  als  zwischen
dem  zweiten  und  letzten  und  doch  beträgt  die  Differenz  des
Zinssatzes  zwischen  der  österreichischen  und  preussischen  Dank
1)los  Vt  Tercent,  die  des  Zinssatzes  zwischen  der  preussischen
und  französischen  Bank  aber  beinahe  '/a  Bercent.  Die  Aufklärung ­
  dieses  Häfhsels  liegt  ziemlich  nahe.  Die  Bankraten
der  westeuropäischen  grossen  Zetfelinstitute  sind  eben  mit  dem
durchschnittlichen  Zinsfusse,  wie  er  sich  auf  offenem  idarkte
für  erstes  l’apier  herausstellte,  im  grossen  (faiizen  immer
gleichbedeutend,  während  die  österreichische  Bankrate  iin
Durchschnitte  nicht  unwesentlich  niedriger  ist,  als  der  Durchschnittssatz ­
  auf  dem  österreichischen  idarkte  und  keinen  verlässlichen ­
  Anhaltspunkt  für  die  wirkliche  Höhe  des  landläufigen ­
  Zinsfusses  gibt.  ]\[au  darf  nicht  vergessen,  dass  eine
Zettelbank  wohl  einen  sehr  bedeutenden  Antheil  vom  Escomptegeschäfte
  jedes  Landes  absorbirt,  dasselbe  jedoch  keineswegs
monopolisiren  kann.  Nach  einer  Zusammenstellung,  welche  die
in  Wien  unter  dem  Titel  „D(‘r  Tresor“  erscheinende  Zeitschrift
am  10.  November  1875  über  das  Escompteportefeuille  aller
österreichischen  und  ungarischen  Creditinsfitute  brachte,  war  die
österreichische  National  bank  im  .Jahre  1871  mit  o4  l’crcent,  im
Jahre  1872  mit  J5  6  Bercent,  im  Jahre  187J  mit  J7'8  Bercent
und  im  Jahre  1874  mit  JO  Bercent  am  gesammten  Escompte
der  österreichischen  Creditinstitute  betheiligt,  also  im  Durchschnitt ­
  mit  ungefähr  einem  Drittheil.  Bedenkt  man,  dass  ausser
den  Creditinstituten  (zu  denen  übrigens  in  der  Zusammen
Stellung  des  Tresor  auch  die  Sparcasseu  und  Versicherungsgesellschaften ­
  gerechnet  sind)  noch  sehr  bedeut  ende  anderweitige ­
  Geldquellen  in  jedem  Laude  existireu  —  wir  erwähnen
blos  die  grossen  Eisenbahnen  und  die  Brivatescompfeure  —
und  dass  ferner  insbesondere  in  Oesterreich  auch  das  Ausland
an  den  Escomptegeschäften  stark  betheiligt  ist,  so  wird  mau
zu  '  dem  Schlüsse  gelangen,  dass  die  österreichische  Nationalbank ­
  schwerlich  mehr  als  20  IVrcent"  des  Gcsammt-Esconqifegeschäftes
  der  iMonarcIde  in  Händen  hat.  Und  es  ist  eine  in
Oesterreich  ebenso  bekannte  Thatsache,  dass  die  andern  Geld-([uellen
  mit  ihrem  Escomptesafze  unbekümmert  um  die  Bankrate
  fast  ausnahmslos  sehr  bedeutend,  in  der  Provinz  häufig
mit  dem  Doppelten,  über  diese  hinausgehen.
            
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