Full text : Währung und Handel

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ZiiisfnsR  dann  Geldmangel  liervorrnft,  der  wieder  den  Zinsfusi^
erhülit  und  so  fort  in’s  Unendlielie.  Die  unerliissliclie  Voraussetzung ­
  dieser  V'ecliselwirkuug  ist  eben  die  stete  Veränderliclikeit
  des  Geldumlaufes  in  Form  von  Abfluss  und  Zufluss
der  Edelmetalle.  Vlirde  diese  Strömung  gebemmt,  würde  der
Geldumlauf  von  auswärtigen  Einflüssen  isolirt,  so  wurde
augenblicklicb  jeder  Einfluss  der  Circulationsmenge  auf  den
Zinsfuss  aufhören,  denn  dann  träte  an  die  Stelle  der  Veranderlicbkeit
  der  Umlaufsmenge  die  Veränderliobkeit  des
Wert  bes  der  gleiclibleibenden  Umlaufs(|nantitäten.  Bei  einer
Veränderung  der  Verkebrsbedürfnisse  könnte  dann  durch  den
Zinsfuss  nickt  mehr  Geld  angelockt  oder  abgestossen,  sondern
blos  der  Geldwerth  erhöbt  oder  vermindert  werden.  Die  \orstellung
  aber,  dass  man  durch  Zufuhr  von  Circulationsmitteln
den  Zinsfuss  niedrig,  ihn  durch  Abfuhr  hoch  erhalten
könne,  ist  eine  Verwechselung  von  Wirkung  und  Ursache,
eine  Verwechselung  um  so  bedauerlicherer  Art,  da  die  V  irkuiig
die  nämliche  bleibt,  wenn  es  durch  ein  künstliches  Mittel
gelingt,  die  angebliche  Ursacdie  feruzuhalten,  und  umgekehrt
Inch  "diese  Ursache  künstlich  hervorgerufen  werden  kann,  ohne
die  angeblich  mit  ihr  noth  wendig  verbundene  Wirkung  zu
äussern.  ,  ,,  •  .r
Wir  resumiren  also:  Der  Zinsfuss  ist  abhängig  vom  Verhältnisse ­
  des  verfügbaren  Capitals  zur  capitalbedürttigen
Production;  auch  der  für  Geldcapitalien  zu  zahlende  Zinsfuss
hängt  auf  die  Dauer  nicht  von  der  Geldmenge  ab,  denn  diese
ist  eine  durch  das  Ciiculatiousbedü  rfuiss  gegebene  Grösse,
die  willkürlich  weder  verringert  noch  vermehrt  werden  kann;
nur  vorübergehend,  wenn  in  Folge  einer  Veränderung  der
Verkehrsverhältnisse  der  Bedarf  nach  Circulationsmitteln  sinkt
oder  steigt  und  dem  entsprechend  ein  Abfluss  oder  Zufluss
von  Geld  nothwendig  wird,  richtet  sich  der  Zinsfuss  für  Geldcapitalien ­
  während  der  Dauer  der  Ausgleichung,  d.  h.  insolange
  als  durch  Ah-  oder  Zufluss  das  Gleichgewicht  im  Circulationsmittelstande
  nicht  hergestellt  ist,  auch  nach  dem  Verhältnisse ­
  des  Geldvorrathes  zum  Gebrauche.
            
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