Full text : Währung und Handel

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des  Geldes  eignen  sollen,  lediglich  Principienreiterei  wäre.  Die
Thatsache,  dass  gegenwärtig  nicht  weniger  als  vier  grosse  Cnltnrstaaten,
  nämlich  Oesterreich,  Russland,  Italien  und  Nordamerika ­
  ,  vorübergehend  sogar  ein  fünfter,  Frankreich,  ihren
Metallumlauf  durch  Papiergeld  ersetzt  haben  und  sich  dabei
zeitweilig  sehr  wohl  befanden,  wird  nach  Kräften  zu  Unterstützung ­
  dieser  Doctrin  ausgebeutet.  Insbesondere  wird  das
merkwürdige  Phänomen,  dass  Frankreich  unmittelbar  nach  einem
verheerenden  Kriege,  der  diesem  Lande  die  ungeheuersten
Opfer  auferlegte,  sich  mit  staunenerregender  Raschheit  unter
der  Herrschaft  des  Zettelwesens  erholen  konnte,  dahin  gedeutet,
dass  es  eben  das  Papiergeld  sei,  welches  die  wirthschaftliche
Regeneration  ermöglicht  oder  doch  merklich  begünstigt  habe.  Man
erinnerte  sich  dabei  an  die  allerdings  auffallenden  Thatsachen,
dass  die  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika  und  in  einem  speciellen
  Falle  auch  Oesterreich  unter  ähnlichen  Verhältnissen
einen  ähnlichen  Aufschwung  genommen  haben,  ln  beiden  Staaten ­
  hatte  vor  einem  Decennium  ein  kostspieliger  Krieg  umfangreiche ­
  Zettel-Emissionen  im  Gefolge  gehabt,  und  es  trat  dann
unmittelbar  nach  dem  Kriege  bei  stark  vermehrter  Papiergeldcirculation
  eine  rasche  Erholung  ein.  Die  Versuchung  liegt  sehr
nahe,  aus  der  zeitlichen  Aufeinanderfolge  dieser  Erscheinungen
auf  einen  Causalnexus,  der  zwischen  beiden  bestehen  soll,  zu
schliessen.  Da  der  wirthschaftliche  Aufschwung  nach  der
Papiergeld-Emission  auftrat,  so  folgert  man  ohne  weiters,  dass
er  durch  sie  hervorgerufen  worden  sei.  Es  kann  dies  umsoweniger ­
  überraschen,  da  man  in  dieser  Verwechslung  einer
blos  zeitlichen  Aufeinanderfolge  mit  einem  ursächlichen  Zusammenhänge ­
  so  weit  ging,  selbst  dem  Kriege  an  sich  die  Wirkung ­
  einer  Förderung  des  Volkswohlstandes  zuzuschreiben,  so
dass  derzeit  die  Ansicht  nicht  eben  selten  ist,  unter  gewissen
Umständen  sei  ein  möglichst  verheerender  Krieg  das  beste
Mittel,  die  volkswirthschaftliche  Blüthe  eines  Landes  zu  begünstigen. ­
  Ganz  neu  ist  diese  Irrlehi  e  und  die  ihr  zu  Grunde
liegende  Begriffsverwirrung  nicht;  sie  stammt  aus  jener  Zeit,
in  welcher  man  jede  noch  so  unwirthschaftliche  Consumtion  für
förderlich  hielt,  wo  man  an  die  capitalerzeugende  Wirkung
des  Luxus,  der  stehenden  Heere,  der  Staatsverschuldung  glaubte,
einfach  aus  dem  Grunde,  weil  zur  Ersetzung  der  durch  eine
            
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