Full text: Währung und Handel

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Welch gefährliche, von der grössten politischen Kurz 
sichtigkeit Zengniss ablegende Thorheit es insbesondere in den 
continentalen (xrossstaaten ist, durch längere Zeit eine Geld- 
zerrüttnng bestehen zn lassen, sieht man erst recht ein, wenn 
man bedenkt, dass ein solcher Zustand den betreifenden Staat 
im Falle eines Krieges hnanziell wehrlos macht. Man kann 
von österreichischen Politikern häiihg hören, dass es ein eigenes 
^Missgeschick gewesen sei, welches diese Monarchie mit einem 
Kriege zweimal in dem Momente übetraschte, in welchem es 
nach gewaltigen Anstrengungen beinahe gelungen wäre, die 
Valuta wiederherzustellen. In Wahrheit legt dies nicht von 
dem Missgeschicke, sondern von dem beispiellosen sprichwöit- 
lich gewordenen (xliicke Oesterreichs Zengniss ab. Hätten 
diese Kriege Oesterreich in einem andern Augenblicke getroffen, 
so hätten sie möglicher Weise mit seiner Vernichtung geendet. 
Und wenn man nunmehr aus Furcht, es könnte etwa ein 
dritter Krieg abermals die zur Herstellung der Valuta ge 
machten Anstrengungen vereiteln, diese Anstrengungen unter 
lässt, so dürfte dies Jeden, der die grenzenlose Begriffsver- 
wiriung nicht kennt, die hier zu Lande in allen Fragen des 
Oeldwesens herrscht, zu der Meinung verleiten, dass die 
österreichischen Staatsmänner in noch schlagenderer Weise, 
als bereits zweimal geschehen, den Beweis liefern wollen, wie ein 
Staat, der sich die drei Haupterfordernisse der Kriegführung, 
nämlich Oeld, Geld und nochmals Geld, nicht verschaffen 
kann, besiegt ist, bevor er den ersten Schuss getlian.
	        
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