Full text: Währung und Handel

L Capitel. 
(i e S c h i c h 11 i c 11 e S. 
Von (lern Augenblicke an, wo die in der Cnltnr vorge 
schrittenen Völker die Nützlichkeit eines Wertlnnessers er 
kannten, der iin (iuteraustausclie gleichsam als gemeinsamer 
Massstab und Vermittler bei Käufen und Verkäufen dienen 
sollte, wo mit einem Worte der Gedanke des Geldes entstand 
und wo es sich darum handelte, unter den Stoffen zu wählen, 
aus denen diese Werthmassstäbe, die aber zugleich auch die 
Werthträger sein mussten, verfertigt werden sollten ; war es 
natürlich, dass die Aufmerksamkeit auf die verschiedenen 
Metalle sich lenkte. 
Diese eignen sich sowohl durch ihre allgemeine Nützlich 
keit als durch die im Durchschnitte für jedes einzelne unter 
ihnen ziemlich gleichmässige Schwierigkeit der Förderung, als 
auch schliesslich durch ihre Dauerbarkeit, vor allen anderen 
Stoffen zu diesem Zwecke, und so finden wir denn in der 
That beinahe alle IMetalle zu Münzen verwendet. Eisen wurde 
nach dem Zeugnisse griechischer Schiiftsteller in mehreren 
Staaten des Alterthums, insbesondere in Sparta, ausgemünzt ; 
in Japan coursirte noch kürzlich eiserne Scheidemünze und im 
Innern Afrika’s dienen auch jetzt eiserne Barren als vor- 
nehmliche Vermittler des Tauschhandels. Blei wurde ebenfalls 
im alten Italien und Griechenland zu Münzen geprägt, und 
in Birma finden Bleigewichte heute noch Verwendung als 
Scheidemünze. Zinnmünzen gab es im alten Syracus, Rom, 
Dr. Th. liertzka, Währung und Handel. 15
	        
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