Full text : Währung und Handel

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weitaus  grösser  selbst  als  die  Englands  und  wird  von  keinem
der  andern  europäisehen  Staaten'  auch  nur  annähernd  erreicht.
Und  da  überdies  auch  Belgien  und  die  Schweiz,  nachdem  sie
das  Frankensystem  angenommen  hatten,  unter  dem  Einflüsse
der  französischen  Geldverhältnisse  standen,  und  auch  in  den
Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika  die  Doppelwährung  —
allerdings  unter  Festhaltung  eines  anderen  Werth  Verhältnisses
—  bestand,  so  war  es  ein  Münzvorrath  von  mindestens  1U  ^Milli ­
  arden  Franken,  aus  dem  die  Edelmetall-Arbitrageure  schöpfen
konnten,  wenn  sie  beim  Austausche  von  Silber  gegen  Gold
ihre  Rechnung  fanden.  So  lange  aber  diese  Umwechslung  des
auf  dem  Weltmärkte  sinkenden  iMetalls  gegen  das  im  Preise
gestiegene  in  Frankreich  möglich  ist,  kann  selbstverständlich
die  Preisdifferenz  der  Beiden  sich  nicht  wesentlich  über  jenen
Betrag  erheben,  der  die  Kosten  einer  derartigen  Umwechslungsoperation ­
  repräsentirt.
Es  zeigt  sich  nun  in  der  That,  dass  Frankreich  und  die
Länder  der  Doppelwährung  es  waren,  die  einen  grossen  Theil
des  Goldstromes  aus  Kalifornien  und  Viktoria  aufgenommen
und  mindestens  die  Hälfte  des  für  Ostasien  erforderlichen  Silbers ­
  abgegeben  hatten.  Auf  diese  Thatsache  leitet  vor  Allem
die  Beobachtung,  dass  die  ]\[ünzausj)rägung  Frankreichs,  die
von  1H()3  bis  1848  blos  1217  Millionen  Franken  in  Gold,  dagegen ­
  rund  3000  Millionen  in  Silber  betragen  hatte,  von  1851
bis  1807  sich  auf  5800  Millionen  Franken  in  Gold  und  blos
auf  383  Millionen  Franken  in  Silber  belief.  Gleichzeitig  weisen
die  französischen  Handelslisten  einen  IMehrimport  in  Gold  von
rund  4  Milliarden  und  einen  ^lehrexport  an  Silber  von  rund
2  ^Milliarden  Franken  aus.  Die  beiden  letzten  Ziffern  sind
jedenfalls  ungenau,  da  bekanntlich  die  Edelmetallbewegung
sich  nur  schwer  controlireu  lässt,  insbesondere  wenn  Diejenigen,
welche  diese  Edelmetallbewegung  hervorgerufen  haben,  wie  im
vorliegemTen  Falle,  ein  lebhaftes  Interesse  besitzen,  sich  nicht
allzu  genau  in  die  Karten  blicken  zu  lassen.  Wahrscheinlich
War  der  thatsächlich  stattgehabte  Zufluss  von  Gold  und  Abfluss ­
  von  Silber  noch  grösser.
In  ähnlicher  Weise  bestand  auch  die  Münzausprägung
in  Nordamerika  zu  jener  Zeit  zu  01  Percent  in  Gold  und
blos  zu  0  Percent  in  Silber.  Es  trat  also  der  vermehrten
            
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