Full text : Währung und Handel

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kannte  die  Notliwendigkeit,  von  der  Doppelwährung  ahzugehen,
und  im  Jahre  1847  wurde  nach  hartem  Kampfe  zwischen  den
Anhängern  der  Gold-  und  Silberwährung  von  der  Kammer  mit
2  Stimmen  Majorität  die  letztere  aceeptirt.  Mit  der  Frage
der  nachträglich  eingetretenen  weitergehenden  Entwerthiing
des  Goldes  hatte  diese  Münzmassregel  nichts  zu  tlmn,  jedenfalls ­
  aber  ist  es  ein  Irrthum,  wenn,  wie  es  häutig  geschieht,
behauptet  wird,  Holland  wäre  damals  von  der  Goldwährung
zur  Silberwährung  übergegangen.  Es  wurde  ganz  einfach  die
Doppelwährung  mit  der  einheitlichen  Währung  vertauscht,
und  dass  man  als  Basis  der  letzteren  damals  das  Silber  wählte,
wurde  hauptsächlich  damit  begründet,  dass  bei  den  Schwankungen ­
  der  Werthrelation  der  beiden  Edelmetalle  der  Silberpreis ­
  denn  doch  das  bleibendere  sei,  u.  z.  aus  dem  Grunde,  weil
der  Silbervorrath  der  Welt  grösser  sei,  als  der  Goldvorrath.
Es  hat  sich  dies  inzwischen  geändert  und  die  Niederlande  entschlossen ­
  sich,  als  die  Scliwankungen  des  Silberpreises  stets
grössere  Dimensionen  annahmen,  im  Jahre  1875  zum  Ueber-'
  gange  von  der  Silber-  zur  Goldwährung.  Der  Verlust  der
niederländischen  Staatseasse  bei  Durchführung  der  im  Jahre  1850
abgeschlossenen  Münzveränderung  betrug  1,0(51.125  il.  (nicht
wie  irrthümlich  gar  häutig  behauptet  wird  10  Millionen
Gulden);  der  Verlust  bei  der  nunmehr  beschlossenen  Münz
Veränderung  wird  jedenfalls  viel  grösser  sein  ,  denn  die  idenge
der  jetzt  einzulösenden  Münzen  ist  grösser  als  jene  rund
50  Millionen  Gulden,  die  vor  einem  Viei'tcljahrhundert  an  den
Staaf^cassen  präsentirt  wurden,  und  auch  der  Fei  centsatz
des  Verlustes  wird  namhaft  höher  auslallen.
ln  Deutschland  beschäftigte  man  sich  schon  seit  dem  Jabi-e
1850  sehr  ernsthaft  mit  der  Münzreform.  Die  Bestrebungen  waren
jedoch  vorläutig  in  erster  Linie  darauf  gerichtet,  die  nach
verschiedenartigem  Münzfusse  ausgeprägten  Silbercourantstücke ­
  der  einzelnen  Staaten  auf  einheitliches  System  zurückzuführen. ­
  Der  Gedanke  eines  Ueberganges  zur  Goldwährung
wurde  für  Deutschland  zuerst  von  Oesterreich  angeregt,  u.  z.
auf  der  im  November  1854  in  Wien  zusammengetretenen
idünzconferenz  ,  an  welcher  Bevollmächtigte  Oesterreichs,
Preussens,  Baierns,  Hannovers  und  Frankfurts  thcilnahmen.
Die  österreichischen  Bevollmächtigten  schlugen  eine  Münz-
            
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