Full text : Währung und Handel

263  —

Hissen  entsprach,  so  dass  damit  für  Hinterasien  ein  Vorrath
anfgestapelt  wurde,  von  dem  diese  (iehiete  noch  gegenwärtig
zehren,  und  nunmehr,  da  diese  störenden  abnormen  Ursachen
hinweggefallen  sind  ,  der  Silberabfluss  in  s  Stocken  gerathen
ist,  trotzdem  die  Veränderung  auf  dem  europäischen  Edelmetallmarkte ­
  demselben  derzeit  eben  so  förderlich  wäre  ,  als
sie  es  vor  zwei  Decennien  war.  Aber  endlich  dürfte  sich  das
Gleichgewicht  wieder  hersteilen  und  dann  bei  jeder  weiterschreitenden ­
  Entwerthung  des  Silbers  in  Europa  der  nach
Asien  gehende  Strom  grössere  Dimensionen  annehmen.
Wenn  man  die  Aufnahmsfähigkeit,  die  Ostasien  insbesondere ­
  von  1851  bis  1865  für  Silber  an  den  Tag  gelegt  hat,
mit  den  Productionsverhältnissen  und  mit  dem  voraussichtlichen ­
  Ueberschusse  des  abendländischen  Silberbestandes  nach
erfolgter  Demonetisirung  des  Silbers  zusammenhält,  so  kann
kaum  ein  Zweifel  darüber  entstehen  .  dass  jene  fernen  menschenreichen, ­
  wenn  auch  derzeit  relativ  verkehrsarmen  Gebiete
vollkommen  im  Stande  sind,  die  Werthrelation  dauernd  auf
einer  entsprechenden  Höhe  zu  halten.  Indien  und  China  ab-Korbirten
  damals  im  Jahresdurchschnitte  ungefähr  so  viel
Silber,  als  derzeit  von  allen  Producti  on  sgebieten  auf  die  Märkte
gebracht  wird.  Es  sind  aber  jetzt  überdies  die  Ueberschüsse
des  gegenwärtigen  abendländischen  Silbervorrathes  unterzubringen. ­
  Wenn  man  diesen  ganzen  Vorrath  derzeit  auf  acht
Milliarden  Gulden  schätzt  und  annimmt,  dass  davon  die  Hälfte
aus  der  Circulation  verdrängt  werden  müsse,  so  wäre  nur
noch  zu  erforschen,  welchen  Preisabschlags  und  welcher  Zeit
es  bedürfe,  damit  das  Abendland  einen  derartigen  Silberbefrag
theils  zur  fortlaufenden  Ergänzung  seiner  dann  noch  verbleibenden ­
  Silbercirculation,  theils  zu  industriellen  und  decorativen
Zwecken  absorbiren  könne  ,  um  darüber  in’s  Reine  zu  kommen,
wann  bei  sonst  gleichbleibenden  Productionsbedingungen  der
Ruhepunkt  erreicht  werden  kann.  Nun  sind  4  Milliarden  allerdings ­
  ein  enormer  Betrag,  aber  die  Aufnahmsfähigkeit  Europa  s
und  Amcrika’s  für  Silber  zu  obgedachtem  Zwecke  ist  nicht
minder  eine  enorme.  Von  1851  bis  1865  z.  B.  muss  diese
Aufnahmsfähigkeit  auf  ungefähr  2  Milliarden  geschätzt  werden,
denn  der  Münzvorrath  Europa’s  an  Silber  verminderte  sich
damals  um  nahezu  1  Milliarde,  von  den  3V,  Milliarden  der
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.