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die Claiisel, welche von der Veränderlichkeit des i\Iiinzfusses
für (Goldstücke handelte, weggelassen, und da in der nächsten
»Folgezeit die .Schwankungen der Werthrelation — allerdings zu
meist gerade unter dem Einflüsse des französischen i\lünzgesetzcs
und der in Frankreich gehoteuen i\Iöglichkeit, das im Werthe
gesunkene Metall gegen das im Werthe steigende anszu-
tauschen — sich innerhalb sehr geringer Grenzen hielten,
so dachte man lange Zeit nicht daran, dass es doch immerhin
möglich wäre, der trotz all’ dem Decennien lang beobachteten
Ausfuhr des (Goldes durch eine Veränderung des iMünzfusses,
durch das Zurückgreifen auf die ursprüngliche Idee Gandins
ein Ende zu machen. Aber als ein Heiligthum, als ein un
abänderliches, für alle Zeiten gegebenes (Grundgesetz betrachteten
auch die Franzosen ihre Werthrelation von 1 zu 15^2 damals
nkht. Von 1850 bis 1867. als das (Gold nach Frankreich
strömte und das Silber abfloss, wurde die Frage einer i\lünz-
reform bereits leidenschaftlich discutirt und wie sich heute
kaum mehr verbergen lässt, nur durch den überwiegenden
Einfluss des Hauses Rothschild und der Bank von Frankreich
noch einmal zu (Gunsten der Doppelwährung entschieden. Es
geschah dies umsomehr, da damals die französische Regie
rung noch hoffen durfte, dass in ähnlicher Weise wie Italien,
Belgien, die Schweiz und später S])anien, Griechenland und
Rumänien, auch die Mehrzahl der anderen europäischen Staaten
sich diesem Systeme anschliessen würden , und in diesem Falle
allerdings die Nachtheile der .Doppelwährung, über ein grösseres
Verkehrsgebiet verbreitet, für Frankreich minder tühlhar
geworden wären, wodann Frankreich thatsächlich klug ge
handelt hätte, eine Reform seiner eigenen Münzpolitik erst
dann in Angriff zu nehmen, wenn die Kosten dieser Iteform
nicht von ihm allein, sondern von ganz Europa mitzutragen
gewesen wären. Es ist aber anders gekommen , und wenn sich
in Frankreich nun abermals eine Partei findet, die der Doppel
währung das Wort redet, so kann man deren Existenz recht
eigentlich auf die Erkenntniss der furchtharen Verluste zurück-
führen, die Frankreich aus seinem iMünzsysteme bedrohen.
Der IJebergang zur (Goldwährung würde heute in Frankreich
zum mindesten nahe an eine Milliarde Francs, vielleicht aber
auch das Doppelte und Dreifache kosten, und da ist es denn