Full text : Währung und Handel

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TTtilität  (lie  lateinisclie  ]\rünzre]ation  von  i  zu  aceeptiren.
lili  Principe  aber  wäre  es  ebenso  gut  möglich,  auch  eine
Werthrelation  von  1  zu  1  festzustellen.
Dass  derlei  Dinge  im  letzten  Viertel  des  19.  Jahrhunderts
gesell  lieben  und  insbesondere  in  Oesterreich  von  einer  zahlreichen ­
  Partei  als  Evangelium  geglaubt  werden,  ist  jedenfalls
eine  ganz  merkwürdige  Erscheinung.  Man  weiss  nicht,  soll
man  sich  mehr  über  die  Kühnheit  jedei-  einzelnen  Behauptung,
oder  mehr  darüber  wundern,  dass  der  Verfasser  die  Widersprüche, ­
  in  die  er  sich  selber  verwickelt,  nicht  bemerkt.
Dass  die  Edelmetalle  werthvoll  waren,  noch  bevor  sie
zu  Oeldzwecken  verwendet  wurden,  und  dass  dieser  V  eitli
von  der  Nachfrage  einerseits,  von  den  Productionskosten  andererseits ­
  bedingt  wurde,  ist  historisch  allzuleicht  nachzuweisen, ­
  als  dass  darüber  viele  Worte  zu  verlieren  wären.
Herr  Cermischi  selbst  gesteht  dies  zu  in  einem  Momente  der
Vergesslichkeit,  wo  er  nämlich  von  der,  nebenbei  bemerkt,  gar
nicht  vorhandenen  grossen  Regelmässigkeit  der  Productions
Verhältnisse  bmder  Edelmetalle  zusammengenommen  sprichtJ
ja  er  kann  diese  im  0runde  genommen  jedem  vernünftigen
Menschen  unausrottbar  inhärente  Vorstellung  gar  niemals  vollständig ­
  los  werden.  Es  ist  beinahe  ergötzlich  zu  sehen,  wie
er  sich  selbst  Zwang  anthiit,  sich  selbst  hintergehen  will,  um
den  Productionswerth  aus  den  Edelmetallen  hinauszubekonunen.
So  tragt  er  z.  H.,  um  seine  (Gegner  ad  absurdum  zu  tÜliren,
ob  denn  ein  Klumpen  (iold,  der  etwa  vom  Himmel  Hele’
werthlos  sei,  tn.tzdeni  doch  otfenbar  keinerlei  Menschenarbeit
zmr  Erzeugung  dieses  Geddklumpens  nothwendig  sei.  Diebeste
Antwort  auf  diese  Frage  wäre  allerdings  tür  C.  .sowohl
als^  für  seine  Nachbeter  der  Rath,  das  Capitel  über  den
„V  erth"  in  einem  beliebigen  nationalökonomischen  Handbuche
nachznlesen  ;  da  aber  die  Zahl  dieser  Nachbeter  Legion  ist  und  da
sie  insbesondere  in  Oesterreich  sogar  Kinlluss  auf  die  Regierung
haben,  so  muss  man  widerstrebend  .sich  mit  Dingen  befassen,
die  Jedermann,  der  in  der  Währnngsfrage  das  Wort  ergreift,
längst  erledigt  haben  sollte.  Der  vom  Himmel  gefallene
Kluin])en  (lold  erfordert  allerdings  keine  Arbeit  und  ist  trotzdem ­
  so  viel  werth  ,  w  ie  jeder  andere  vom  gleichen  Cewichte
nnd  gleichen  Feingehalt;  aber  ganz  das  Nämliche  gilt  ja  für
Or.  Th.  Hertzka,  Währung  und  Handel.  lo
            
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