Full text : Währung und Handel

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lioiiPii  Gulden  evreiclit  und  im  Mittel  des  letzten  Deeenninms
gingen  immer  imcli  jälirlich  zwischen  47  und  48  Millionen
Gulden  in  jene  Jjänder.  Um  dies  zu  erklären,  hat  Soetbeer  in
höchst  eingehender  und  geistreicher  MVise  die  Eigenaidigkeiten
  des  indischen  Volks  zu  ergründen  sich  bemüht  und
gelangte  anfangs  zu  dem  Schlüsse,  dass  die  Gstasiaten  den
grössten  oder  doch  einen  sehr  grossen  Theil  des  Silbers,  wie
alle  Zeiten,  so  auch  in  der  (iegenwart  thesauriren  müssten,
folglich  dem  Verkehre  wieder  entzögen,  und  dass  dies  der
Erklärungsgrund  für  die  stetig  ungeschwächt  erhaltene  Aufnahmsfähigkeit ­
  jener  Länder  für  Edelmetalle  sei.  Diese  von
Soetbeer  im  Jahre  1863  abgegebene  Erklärung  fand  allgemeinen
Anklang.  Dem  unbefangenen  Urtheile  dieses  hervorragenden
Forschers  selbst  scheint  sie  aber  offenbar  nicht  genügt  zu
haben  und  ein  Jahr  darauf  publicirte  er,  angeregt  durch
das  Werk  eines  in  Calcutta  lebenden  Engländers,  Herrn
Lees,  eine  neue  Arbeit  über  diesen  Gegenstand,  in  welcher
er  sich  zur  Ansicht  hinneigte,  dass  der  steigende  Silberbedarf ­
  Indiens  —  zum  Theile  mindestens  —  durch  die  Fortschritte ­
  erklärt  werden  müsse,  die  unter  der  englischen
Herrschaft  der  Verkehr  des  Landes  genommen.  Indien  sei
früher  ein  sehr  münzarmes  Land  gewesen  und  noch  gegenwärtig ­
  sei  der  Umlauf  von  Silbermünzen  als  Tauschmittel
in  den  Eingeborenen-Staaten  sehr  beschränkt.  Derselbe  fände
sich  nur  in  den  grossen  Städten  und  Ortschaften.  Seit
undenklichen  Zeiten  habe  im  Oriente  der  Herrscher  Anspruch
auf  einen  Theil  der  Producte  und  seien  die  Abgaben  hauptsächlich ­
  in  natura  geleistet  worden.  Die  grossen  läinderbesitzer
folgen  bei  Einhebung  der  ihnen  zufallenden  Einkünfte  derselben ­
  Regel  und  auch  die  Umsätze  der  Bevölkerung  unter
sich  geschehen  durch  Tauschhandel.  Silbergeld  wurde  hauptsächlich ­
  nur  im  (irenzverkehre  und  für  den  auswärtigen  Handel
gebraucht.  Sobald  aber  eine  Provinz  unter  britische  Verwaltung ­
  käme,  ändere  sich  dies.  Die  öffentlichen  Abgaben  seien  dann
in  Silberrupien  zu  entrichten,  so  dass  auf  jede  neue  Einverleibung ­
  eines  Landstriches  in  das  britische  Territorium  sicher
ein  gesteigerter  Silberbegehr  in  solcher  Provinz  unmittelbar
folge.  Die  Statistik  dei*  Silberabflüsse  nach  Ostasien  entspricht
ziemlich  genau  diesem  Erklärungsgimnde  und  Soetbeer  räumte
            
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