Full text : Währung und Handel

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Wenn  beispielsweise  ein  Pfund  Gold  in  London  100  Ctr.  W  eizen
  gilt,  so  brauchte  Oesterreich  (von  den  Transportkosten
soll  hier  abgesehen  werden),  um  seinen  Circulationsmittelvorrath
  um  787'/a  h.  zu  vermehren,  blos  KMJ  Ctr.  Weizen  in
London  zu  verkaufen.  Wenn  jedoch  ein  Schlagschatz  von
1  Percent  erhoben  wird,  so  müssen  101  Ctr.  Weizen  verkauft ­
  werden,  um  jene  1  01  Pf.  Gold  dafür  einzuhandeln,  aus
denen  nunmehr  787'5  österreichische  Goldgnlden  geprägt  werden ­
  können.  Und  ebenso  erhält  umgekehrt  ein  Land  in  Folge
hohen  Schlagschatzes,  wenn  es  Ueberschüsse  an  Edelmetallen
abzngeben  hat,  in  der  Regel  weniger  für  dieselben,  da  es  sich
nur  selten  im  Besitze  von  Barrengold  befindet  und  statt  desselben ­
  Münze  senden  muss,  an  welcher  zum  mindesten  die
etfectiven  Prägekosten  ganz  nutzlos  verloren  gehen.
Besonders  einleuchtend  wird  aber  die  schädliche  Wirkung
eines  hohen  Schlagschatzes,  wenn  man  untersucht,  in  welcher
Weise  durch  denselben  die  Productionsbedingungen  und  der
Einsfuss  beeintlusst  werden.  In  der  grossartigen,  mit  so  unfehlbarer ­
  Sicherheit  wirkenden  Mechanik  des  Verkehrs  hat  jede
Verschiehung  der  Productions-  und  Absatzbedingungen  die
Tendenz,  eine  Strömung  herbeizuführen,  die  ausgleichend  auf
die  gestörten  Verhältnisse  wirkt.  Und  diese  ansgleichende
Wirkung  ist  heilsam  nach  jeder  Richtung,  gleichviel  ob  dadurch ­
  einer  vorübergehenden  Erhöhung  oder  Verminderung
der  Concurrenzfähigkeit  auf  dem  Weltmärkte  entgegengetreten
wird.  (Siehe  Capitel  Vil  des  1.  Buches.)  Der  hohe  Schlagschatz ­
  -hat  nun,  wenn  auch  in  mässigem  Crade,  den  Ettect,
die  Rückwirkung  der  Zahlungsbilanz  auf  die  Preisverhältnisse ­
  und  dadurch  weiterschreitend  auf  die  gesammte  wirthschaftliche
  Lage  aufzuhalten  oder  do(Ji  zu  verzögern.  Eine
Steigerung  der  Production,  deren  Folge  der  vermehrte  Export
gewesen,  oder  das  Sinken  der  Kaufkraft,  welches  eine  Verringerung ­
  der  Importe  herbeiführte  —  gleichviel  welches  von
diesen  beiden  die  Ursache  einer  günstigen  Zahlungsbilanz
sein  mag  —  diese  Ursache  kann  länger  in  Kraft  bleiben,
ohne  durch  das  Hereinströmen  von  Edelmetallen  paralysirt
zu  werden,  wenn  der  Schlagschatz  dieses  Hereinströmen  erschwert. ­
  Die  Preise  steigen  im  Inlande  nicht,  und  dadurch
geht  der  Gesammtheit  der  Producenten  jener  Impuls  verloren,
            
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