Full text : Die Social-Demokratie

Ursachen  der  Unzufriedenheit

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schlimmer!  und  gar  leicht  der  völlige  wirthschaftliche  Ruin  des
einzelnen  Arbeiters,  schließlich  der  ganzen  Klaffe  herbeigeführt.
Anstatt  die  Steigerung  der  Bedürfnisse  an  die  Bedingung
einer  vorausgegangenen  Vermehrung  der  Mittel  zu  knüpfen,
verfährt  die  Social-Demokratie  geradezu  umgekehrt  und  lehrt
ben  Arbeiter,  sich  recht  viel  Bedürfnisse  anzugewöhnen,  weil
möglichst  viel  Bedürfnisie  haben  „die  Tugend  der  heutigen,
der  nationalökonomischen  Zeit"  sei.  Eine  Zunahme  der  Mittel
in  einer  Steigerung  des  Arbeitslohnes  werde  dann  schon  von
selbst  sich  einstellen.
Diesen  verlockenden  und  für  den  Menschen,  der  von  einer
Selbstbeherrschung  und  Selbstbeschränkung  nichts  weiß,  gar
leicht  verführerischen  Weg  hat  schon  Laffalle  den  Arbeitern
anzupreisen  versucht.  In  seinem  Arbciterlesebuch  finden  wir
ans  Seite  31  und  32  die  Stelle:
„Ihr  deutschen  Arbeiter  seid  merkwürdige  Leute!  Vor
„sranzösischeu  und  englischen  Arbeitern,  da  müßte  man  piai-„diren,
  wie  man  ihrer  traurigen  Lage  abhelfen  könne.  Euch
„aber  muß  man  vorher  erst  noch  beweisen,  daß  Ihr  in  einer
„traurigen  Lage  seid.  So  lange  Ihr  nur  ein  Stück  schlechte
„Wurst  habt  und  ein  Glas  Bier,  merkt  ihr  das  gar  nicht
„und  mißt  gar  nicht,  daß  Euch  etwas  fehlt!  Das  kommt
„aber  von  Eurer  verdammten  Bedürfnißlosigkeit!  Wie,
„werdet  Ihr  sagen,  ist  die  Bedürfnißlosigkeit  denn  nicht  eine
„Tugend?  Ja,  vor  dem  christlichen  Moralprediger,  da  ist
„die  Bedürfnißlosigkeit  allerdings  eine  Tugend!  Die  Bedürf-„nißlosigkeit
  ist  die  Tugend  des  indischen  Säulenheiligen  und
„des  christlichen  Mönches;  aber  vor  dem  Geschichtsforscher
„nnd  vor  dem  Nationalökonomen  da  gilt  eine  andere
„Tugend.  Fragen  Sie  alle  Nationalökonoinen:  welches  ist
„das  größte  Unglück  für  ein  Volk?  Wenn  es  keine  Be-„bürfniffe
  hat.  Denn  diese  sind  der  Stachel  seiner
            
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