DiSkrednirung des Chnstenthums. işii
feindlich" (1874, 25); dieser giftige Pfeil ist heutigen Ta
ges die bequemste Waffe, mit welcher ein principieller Geg
ner des Christenthums sich ausrüsten kann. Man schlägt
lieber der ganzen Geschichte ins Angesicht, ehe man auf den
Gebrauch dieser Waffe verzichtet, wenn man auch zur Recht
fertigung dieses Angriffs nichts anderes als die Dumncheit
vorzubringen weiß: „Die Rcligionsstifter (Buddha, Christus,
„Muhamed) haben, indem sie die Erde als ein Jammerthat
„darstellten, die Entbehrung und Enthaltsamkeit predigten,
„und die Menschen auf ein künftiges sehen, das nicht
„epistirt, verwiesen, dem menschlichen Streben die schlimmsten
„Fesieln angelegt und den menschlichen Fortschritt gehemmt"
(1874, 25).
In die bitterste Galle taucht der „Bolksstaat" seine
Feder, wenn er (1874, 88) das Christenthum also be
urtheilt:
„Reuerdings ist das Christenthum Religion der Knechts-
„seligkeit genannt worden. Das ist in der That seine tref-
„fendste Bezeichnung, Knechtselig ist allerdings alle Religion,
„aber das Christenthum ist die knechtsseligste der knechtseligen.
„. . . . Wer seine ganze Hoffnung auf Erbarmen baut, ist
„doch in Wahrheit eine erbärmliche Kreatur. Der Mensch,
„der vom Glauben an den allmächtigen Gott ausgeht, vor
„den Schicksalen und Mächten der Natur sich in den Staub
..wirft, und nun im Gefühl der Ohnmacht um Erbarmen
„winselt, ist kein brauchbares Mitglied unserer heutigen
..Welt
„Schlechte Gewohnheit, welche dem Menschen wie ein
..alter Adam tief im Fleische sitzt, will das, was einmal
„unter Umständen gedient har, für alle Ewigkeit konser-
..viren. Interessine denkfaule Niedertracht will den Gcgen-
«fay zwischen christlicher Weltvcrachtung und der weltfreu-