AthriSmus.
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„halten bestimmt sind, für das Gelingen der socialistischen
„Revolution gleichgültig, oder von untergeordneter Bedeutung.
„Die Hoffnung ans ein befriedigendes Gelingen der socia-
„listischen Revolution ist eine schwärnlerische Utopie, so lange
„man es verabsäumt, durch allgemeine und gründliche Volks-
„aufklärung den Gottesaberglauben auszurotten. Da dieses
„zu thun niemand anders als die Socialisten fähig oder
„willens sind, so ist es unsere Pflicht, diese Arbeit mit Eifer
„und Hingebung zu erfüllen und niemand anders ist des
„Namens eines Socialisten würdig, als wer, selbst Atheist,
„der Ausbeitung des Atheismus mit allem Eifer seine An-
„strengung widmet."
Diese Sätze sagen ausdrücklich, daß die Verbreitung des
Atheismus im Jntereffe des Socialismus liegt. Für be
wußte Social-Demotraten mag dies hinreichend sein, sich von
Gott loszusagen, den Begriff Gott ganz zu durchstreichen.
In den Augen solcher, die noch gewonnen werden sollen,
muß der Gottesglaube vorher diskreditirt und der Atheis
mus als Quelle alles Heils für die Menschheit gepriesen
werden. Dies versucht der „Volksstaat" in einem längeren
Artikel „Ueber Atheismus und Theismus", worin es heißt
(1872, 103):
„Wo der Gottesglaube in die Brust eines Menschen
„gepsianzt, da liegt der Geist in stetem Kampf mit dein
„Körper, seinem Träger. Daß der Gottesglaube eine
„Beruhigung des Gewissens sei, ist eine jesuitische Lehre. Diese
„Art Beruhigung des Gewiffens bedingt völlige Ertödtung
„seelischen Empfindens und vernünftigen Denkens; denn ehe
„der Mensch gegen jedes natürliche Gefühl abgestumpft, ehe
„er zur fühllosen Mumie geworden ist, kann von einer Ge-
„wiffensruhe keine Rede sein. Bis er zur vollständig wil-
„len- und enipsiudungslosen Maschine geworden ist, wird er