Full text: Die Social-Demokratie

Beseitigung alles Elendes. 
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allgemein und gleich machen könnte, so wäre damit doch noch 
nicht das Wohlergehen allgemein geworden. Das wahre 
Glück des Menschen ist mehr durch seine individuelle Ver 
fassung, als durch die äußeren Verhältnisse bedingt. Somit 
wird das Elend in der menschlichen Gesellschaft immer noch 
Spielrannt genug behalten, selbst wenn dieselbe von allen 
socialen Schäden gereinigt wäre. 
In diesen bescheidenen Grenzen, die nicht versprechen, 
allem Elend Thor und Thür verschließen zu wollen, farm 
die Social-Demokratie sich nicht halten. Sie muß mit ihren 
Verheißungen und Versprechungen über die Linie, die inensch 
lichen, Können hier auf Erden gezogen ist, hinausschwei 
fen. Sie muß ihre Zukunftsbilder mit Farben ausmalen, 
welche sie nicht aus dem wirklichen realen Leben, sondern 
aus einer bodenlosen Phantasie nimmt. Ihre irrigen und 
unvernünftigen Vordersätze erlauben ihr keinen richtigen und 
vernünftigen Nachsatz. Die Ursache alles Elends und aller 
Moti) sucht sie ausschließlich in der bestehenden socialen Ord 
nung, darum muß sie von der von ihr geplanten neuen Ge 
sellschaftsorganisation, in welcher die volle Gleichheit alle 
Ungleichheit verdrängen soll, die Ueberwindung und Beseiti 
gung alles Elends in sichere Aussicht stellen. Denn fällt die 
Ursache weg, müssen auch die Wirkungen aufhören. Ihre 
phantastischen schattenlosen Zukunftsbilder sind nur die Pen 
dants ihrer falsch komponirten lichtlosen Nachtgemälde der 
Gegenwart. Die Schaustellung dieser soll die Gesellschafts 
glieder mit der gegenwärtigen socialen Ordnung, selbst wenn 
sie von ihren Auswüchsen gereinigt ist, verfeinden und die 
Ausstellung jener soll die Unzufriedenen mit dem socialistischen 
Gesellschaftsideal befreunden und für dasselbe begeistern. Beidem 
liegt ein agitatorischer Zweck zu Grund. 
Von jeher hat der Socialismus nur mit zwei Farben
	        
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