Gleiches Glüct.
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„uns mit Freude, da der Schrecken und der Jammer
„kurzer Zeiten das schleichende Elend vonJahr-
„tausenden zu verdrängen berufen sind. Wohl
„wissen wir, daß aus der Kugelsaat auf der Ebene von
„Satory die graue Distel der Abrechnung, der Rache hervor-
„ sproßt; doch wissen wir auch ferner, daß aus dem Blute
„der gefallenen Edlen die Blume der Liebe, die Blume des
„Menschenthumes erblüht."
„Und dieselbe wird prangen und leuchten millionenşaltig
„über den weiten Erdkreis und segnend zulächeln der ge-
„sammten Menschheit. Jubelnd werden dann die Worte er
gingen: Roth, roth, roth!"
Schwülstig und phantastisch werden zur Begeisterung
für neue Kämpfe die blutigen Proletarierschlachten besungen
als ein zwar furchtbares, aber doch nothwendiges Mittel,
uni alles Elend zu beseitigen lmd der Liebe zum Sieg zu
verhelfen. An dem endlichen Sieg, somit auch am Aufhören
des Elends wird nicht gezweifelt. Es prophezeit der „R.
Soc.-Demokrat" (1874, 4):
„Der Kampf wird enden mit dem Triumph der Arbeit
„über das Kapital; die große kulturgeschichtliche Bewegung
„wird sich ganz vollziehen und an Stelle des Lasters,
„des Elendes und deS Klassenhasses wird, wenn die
„Arbeit Königin geworden, Sittlichkeit, Reichthum und
„Brüderlichkeit die ganze Menschheit beglücken."
Mit dem Elend also wird auch das Laster verschwinden,
wird die Sittlichkeit den höchsten Triumph feiern. Es kann
nicht anders sein, da nach socialistischen Begriffen Elend
und Laster sich zu einander verhalten wie Ursache und
Wirkung. Mit sicherer Zuversicht wird das Aufhören aller
Berbrechen verheißen:
„In der Brüderlichkeit endlich liegt die Entwickelung