Full text : Die Social-Demokratie

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I.  Einleitung.

eine  gleiche  in  Stuttgart  unterhalten,  Neben  den  rein
rhetorischen  Uebungen  werden  in  solchen  Schulen  die  Agitations-Schüler ­
  durch  das  fleißige  Studium  der  socialistischen
Agitations-Literatur,  namentlich  der  Lassalle'schen  Schriften,
nicht  nur  mit  dem  nöthigen  Material  und  Gedankenvorrath,
sondern  auch  mit  den  unentbehrlichen  Schlagworten  und  mit
dem  beliebten  Phrasenreichthum  gehörig  ausgerüstet.  Die
Abrichtung  erstreckt  sich  bis  auf  das  Detail  der  zu  behandelnden ­
  Gegenstände.  Mag  man  auch  noch  so  viele  verschiedene ­
  Redner  zu  verschiedenen  Zeiten  in  verschiedenen
Bersammlungen  über  ein  gleiches  Thema  reden  hören,  immer
wird  man  einer  sich  stets  gleich  bleibenden  Abwickelung  derselben ­
  Gedanken  begegnen.  Neue  Gedanken  mögen  wohl  die
Hauptleiter  der  socialistischen  Bewegung  produciren.  Die
berufsmäßigen  Agitatoren  bewegen  sich  in  gleichen  Geleisen
und  zehren  von  dem  ihnen  wohl  zubereiteten  Material.
Diedurch  Agitation  in  öffentlichen  Bersammlungen  bewirkte
Ausbreitung  des  Socialismus  wurde  durch  die  noch  zu  Recht
bestehenden  Gesetze  über  das  Vereins-  und  Versammlungsrecht
  wesentlich  erleichtert.  Während  in  Preußen  die  Veranstaltung ­
  einer  Volksversainmlung  im  geschlossenen  Raume
wenigstens  der  24  Stunden  vorher  zu  erfolgenden  Anmeldung
bei  der  Ortspolizeibehörde  noch  bedarf,  genügt  in  Württemberg ­
  die  einfache  öffentliche  Einladung  in  einem  Lokalblatt.
Dieser  llnistand  wird  gewöhnlich  von  Denjenigen  übersehen,
welche  es  nicht  begreifen  können,  daß  den  social-demokrakischen
Wühlereien  in  öffentlichen  Bersaininlungen  Seitens  der
Behörden  so  freier  Spielraum  gelassen  wird.  Die  Polizelbehörden
  vermögen  es  in  den  meisten  Fällen  nicht  zu  hindern, ­
  weil  ihnen  hierzu  die  gesetzliche  llnterlage  fehlt.
Die  kurz  gezeichnete  Agitations-Methode  ist  sich  bis  heute
völlig  gleich  geblieben.  Die  Blüthezeit  der  „großen  Volks-
            
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