Höchste smlìche Entwickelung.
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brechen aus der Welt schaffen, das ist ein socialistischer
Traum, der bei der Utopie der Social - Demokratie nicht
fehlen darf.
Es ist gewiß ein löbliches Bornehmen, wenn „der Socia
lismus aller Entsittlichung des Menschengeschlechts ein ge
bieterisches Halt cntgegenrufen" will (N. Soc.-Demokrat
1873, 63.) Niemals wird die Social-Demokratie bei einer
ernsten Bekämpfung der sittlichen Schäden unserer Zeit
bei einem Manne, der inmitten der zunehmenden Entsittlichung
von der Korruption noch nicht mitergriffen ist, auf Wider
spruch oder Widerstand stoßen, wenn auch die Ansichten über
die wirksamsten Heilmittel vielfach aiiseinander gehen mögen.
Namentlich wisien wir nur zu gut, wie die socialistische Presse
leider allzu berechtigte Ursache hat, die sich mehrenden Gräuel
der Unzucht, den Schandfleck der Prostitution zu rügen.
Und dennoch befinden wir uns gegenüber dieser Eiterbeule,
die unser ganzes Volksleben zu vergiften droht, mit der
Social-Demokratie in mannigfacher Differenz. Wir wollen
davon ganz absehen, daß bie Social-Demokratte anders als
wir die Ursache dieses sittlichen Schadens ausschließlich in
der vorhandenen Mischung von Reichthum und Armuth
sindet. Es kommt uns hier mehr daraus an, zu zeigen,
wie die Social-Demokratie den Unzuchtsbcgriff in eigenthüm-
licher Weise bald enger, bald weiter, als es gewöhnlich geschieht,
zu fassen pflegt. Sie läßt, wenn wir uns nicht täuschen,
nur die erwerbsmäßige, käufliche Prostitution als Unzucht
gelten, und ist gegen das außerehellchc Zusammenleben der
Geschlechter äußerst tolerant. Dagegen dehnt sie auf der
anderen Seite ihren Uuzuchtsbegriff wieder weiter aus und
stellt sogar unter gcwiffeu Voraussetzungen das eheliche Zu-
samutenleben der Prostitution völlig gleich. An Belegen für
diese beiden Sätze fehlt es nicht in der socialistischen Presse.