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Anhang
wird das Berlassen der Organisation für einen Verrath am
Meister erklärt. (N. Soc.-Demokrat 1872, 53).
Für Lassalle begann mit seiner Präsidentschaft ein sehr
bewegtes Jahr. Auf der einen Seite hatte er gegen seine zahl
reichen Gegner in fortwährendem Kampf zn stehen, auf der
anderen Seite nahm die Agitation für seinen Verein und
dessen socialistisches Princip seine Zeit und Kraft in Anspruch.
In den ersten Monaten seiner agitatorischen Thätigkeit feierte
er nainentlich im Rheinlande viele Triumphe. Er fühlte
sich als einen Arbeiterkönig, als einen Volkstribun, der, wie
er selbst sagt, in die Industriestädte und Arbeiterversamm-
lungen nicht kain, um lange Reden, sondern nm Heerschau
zu halten. In seiner Erwartung, binnen Kurzem 100,000
Arbeiter um seine Fahne sammeln zu können, sah er sich
sehr getäuscht. Enttäuschungen konnte Lassalle am aller
wenigsten ertragen. Er war nur ein Mann für raschen
Erfolg. Im Frühjahr 1804 schrieb er an seinen General-
Bevollmächtigten: „Ich bin todtmüde, und so stark meine
Organisation ist, so wankt sie bis in ihr Mark hinein.
Meine Aufregung ist so groß, daß ich keine Nacht mehr
schlafen kann! Ich wälze mich bis 5 Uhr auf dem Lager
und stehe mit Kopfschmerz und tief erschöpft auf! Ich bin
überarbeitet, überangestrengt, übermüdet im furchtbarsten
Grade Die tiefe, schmerzliche Enttäuschung, der
fressende, innere Aerger, den mir die Gleichgültigkeit und Apathie
des Arbeiterstandes in seiner Masse genommen, einflößt —
beides zusammen war selbst für mich zu viel. Ich treibe
ein melier de dupe und ärgere mich innerlich zu Tode,
um so mehr als ich diesem Aerger nicht Luft machen kann,
und ihn noch immer würgen, oft das Gegentheil behaupten
muß! Und gleichwohl werde ich die Fahne nicht fallen lassen,
so lange noch irgend ein Hoffnungsflämmchen an dem poli-