Full text: Die Social-Demokratie

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1. .Einleitung. 
„mächtig gemacht! Dann soll es wie ein Donnerkeil 
„herunterfahren ans die Ausbeuterschädel!" 
Siegestrunken triumphirt in diesen Sätzen der Lassalleauer 
über den raschen Aufschwung seiner Parteipreffe. Und nicht 
ohne Grund. Bis zum Jahre 1870 konnte das nur wenig 
bekannte und noch weniger gelesene Organ des Allg. deutsch. 
Arbeiter-Vereins „der Social-Demokrat" zu keiner Bedeutung 
gelangen. Als mit dem Rücktritt von Schweitzer's von der 
Präsidentschaft dieses Vereins an die Stelle des seitherigen 
„Social-Demokrat" 1871 der in Berlin verlegte „Neue 
Social-Demokrat" trat, brachte es dieser in seinem ersten 
Jahrgang zu ungefähr 3000 Abonnenten, die sich in den 
nächsten drei Jahren in rascher Folge von Quartal zu 
Quartal bis zu 18000 vermehrten. Auf diesem Höhepunkt 
angelangt, ist ein Stillstand eingetreten, was schon daraus 
gefolgert werden kann, daß die früher gewohnte prahlerische 
Veröffentlichung des Abounentcu-Verzeichnisses nunmehr unter 
bleibt. Als Hauptorgan der „social-demokratischen Arbeiter 
Partei" dient der in Leipzig erscheinende „Volksstaat", der, 
nicht ganz zwei Jahre älter wie der „Neue Social-Demokrat", 
in nicht so raschein Tempo wie dieser seinen Abonuentenstand 
vermehrte, es aber doch bis zu ungefähr 10,000 Abnehmern 
gebracht hat. 
Neben den genannten beiden Hanptorganen hat die 
Lokalpresse einen wesentlichen Antheil an der Ausbreitung 
des Socialismus. Sie ist mehr wie jene im Stande, ihre 
Agitation den lokalen Verhältnissen und Vorgängen anzu- 
passen, und wird in neuerer Zeit auch ini südlichen Deutsch 
land, in Nürnberg-Fürth, in Mainz, Stuttgart und Offen 
bach mit besonderer Aufmerksamkeit gepflegt. Da, wo zur 
Unterhaltung eines Lokalblattes die Kräfte der Partei nicht 
ausreichen, weiß nian die Unterstützung weiterer, auch nicht
	        
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